Mit ‘WHO’ getaggte Artikel

Internationaler Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Samstag, 06. Februar 2010

Rasierklingen für Genitalverstümmelung Niebel: Verstärktes Engagement auch in Deutschland

Zum Internationalen Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung fordert Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: “Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Im Kampf gegen diese Grausamkeit ist auch in Deutschland mehr Einsatz gefordert. Für Genitalverstümmelungen darf es in unserer Gesellschaft keinen Raum geben.”

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit etwa 140 Millionen Frauen unter den Folgen von Genitalverstümmelung. Jedes Jahr werden schätzungsweise drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Der Eingriff verursacht schwerwiegende psychologische und körperliche Verletzungen, mit denen Frauen ihr Leben lang zu kämpfen haben. Weibliche Genitalverstümmelung wird in 28 afrikanischen Ländern sowie einigen Ländern des Mittleren Ostens und Asiens praktiziert. Durch Immigration aus diesen Ländern ist auch Deutschland von der Praktik betroffen.

Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt daher den jüngsten Gesetzentwurf von Baden-Württemberg und Hessen zur Änderung der Strafbarkeit weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland. Er sieht vor, dass Genitalverstümmelung als eigener Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Zudem soll das deutsche Strafrecht auch dann gelten, wenn die Tat im Ausland begangen wurde und das Opfer seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland hat [mehr]

Keine Frage, weibliche Genitalverstümmelung ist grausam - nur - die männliche ist es auch. Da ich in diesem Jahr bereits einen Bericht mit dem Titel “Penis Beschneidung kostet Leben” zu männlichen Beschneidungsritualen mit tödlichem Ausgang gebracht habe, verweise ich darauf [hier]

Gleichzeitig möchte ich nochmals betonen, das es Frauen sind, die Beschneidungen bei Mädchen durchführen. Dieses wurde sogar in einem Spiegel-Artikel vor fast einen Jahr dokumentiert.

Rache der Beschneiderinnen

Bedroht und nackt durchs Dorf getrieben: Verfechter der Genitalverstümmelung haben in Sierra Leone eine Journalistin malträtiert.

[..]Mit drei Kolleginnen wurde die Radio-Reporterin vor einer Woche verschleppt und gezwungen, sich auszuziehen. Ihre gesamte Ausrüstung wurde zerstört. Danach musste Balama-Samba nackt durch die Straßen Kenemas laufen, eine Stadt im Osten Sierra Leones, rund 200 Kilometer von Freetown entfernt. “Ich hatte riesige Angst und flehte die Entführerinnen an, mich gehen zu lassen”, erzählt Balama-Samba [Spiegel]

Gegen die Macht der Frauen, die sich lediglich gegen weibliche Genitalverstümmelung wendet, ist nichts entgegen zu setzen. Schaut man sich bei Google um, muss man nach Berichten über männliche Beschneidung lange suchen.

Penis Beschneidung kostet Leben

Sonntag, 17. Januar 2010
©by Dieter Schütz/Pixelio.de

©by Dieter Schütz/Pixelio.de

Junge Südafrikaner bezahlen den Eintritt ins Erwachsenenalter oft mit dem Leben. Sie sterben bei einer stümperhaften Beschneidung, die ihnen richtiges Männersein verheißt.

Wer Glück hat, überlebt das archaische Beschneidungsritual mit verstümmeltem Penis und beschämenden Narben. Wer Pech hat, stirbt daran. Für den Übertritt ins Erwachsenenleben bezahlen junge Männer im ländlichen Südafrika einen hohen Preis. Beim Volk der Xhosa in der Eastern Cape-Provinz markiert das Ritual einen buchstäblich wichtigen Einschnitt im Leben der jungen Männer. Jedes Jahr aber sterben Teenager an Komplikationen, da die Initiationsriten oft von traditionellen und schlecht ausgebildeten Medizinmännern vorgenommen werden [mehr]

Ein aus meiner Sicht lesenswerter Artikel. Vor allen Dingen thematisiere ich diesen Beitrag deshalb, weil deutsche Politiker bei Genitalverstümmelung nur an Mädchen und Frauen denken. Allerdings fällt auch dem übrigen Volk bei Beschneidung nur das barbarische Ritual an Mädchen ein. Bei Jungen denkt man automatisch an die unter klinischen Bedingungen geführten Phimose Operationen. Warum gerade die WHO keinen direkten Vergleich vornimmt und nur die Beschneidung von Mädchen anprangert, bleibt mir ein Rätsel. Auch n-tv strotzt nur so vor Beiträgen zur Genitalverstümmelung von Mädchen.

n-tv: Stichwort Beschneidung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet vier Formen der Beschneidung: Bei Typ 1 wird die Klitoris entfernt, bei Typ 2 zusätzlich auch die kleinen Schamlippen. Bei Typ 3, der Pharaonischen Beschneidung, werden die Klitoris, die kleinen und die inneren Seiten der großen Schamlippen entfernt und die Seiten der Vulva zusammengenäht. Typ 4 fasst alle Eingriffe zusammen, die die weiblichen Genitalien verletzen [hier]

Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung von Politikern exzessiv angeprangert wird, sieht es bei der Strafverfolgung ähnlich aus wie beim Gewaltschutzgesetz. Männliche Täter werden verfolgt und bestraft, für weibliche Täter bringt man Verständnis auf. Nachfolgend ein entsprechender Artikel.

Genitalverstümmelung in Hamburg

Hamburger Gerichtsbeschluss rettet zwei Mädchen in Hamburg vor Genitalverstümmelung Aber: Vier Schwestern verstümmelt. Deutsche MitwisserInnen verhinderten die Strafverfolgung. Dennoch brauchen wir keine Änderung des Strafrechts! [mehr]

Eine ausführlich Beschreibung zur Genitalverstümmelung bei Jungen mit sehr vielen Verweisen zu nationalen sowie internationalen Organisationen findet man bei WikiMANNia [hier]

Jungens sind nur noch Dreck wert

Mittwoch, 11. November 2009
©by Andreas Morlok/Pixelio.de

©by Andreas Morlok/Pixelio.de

und Männer sowieso. Ich bin so wütend, wie schon lange nicht mehr. Einen Gesundheitsbericht nur über Frauen und Mädchen nenne ich schlicht Geschlechterrassismus. Wie konnte es soweit kommen, das sich dieser weltweit etablieren und unverhohlen darüber berichtet werden kann? Hier zunächst einmal die Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministerium.

Mit dem heute veröffentlichten Bericht zur globalen Gesundheit von Frauen legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals eine weltweite Bestandsaufnahme der gesundheitlichen Situation von Frauen und Mädchen vor. Obwohl die Datenlage in einigen Bereichen noch nicht vollständig ist, werden insbesondere Gesundheitsrisiken bei Frauen aufgrund sozialer, kultureller und geschlechtsbedingter Benachteiligungen deutlich. Viele Erkrankungen, Behinderungen und Todesfälle wären vermeidbar, wenn auch für Frauen der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung sichergestellt würde.

Nur durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Mitgliedstaaten der WHO kann die Gesundheit von Frauen weltweit verbessert und können die Milleniumsentwicklungsziele, z.B. zur Müttergesundheit und Gleichstellung der Geschlechter erreicht werden. Der Weltfrauengesundheitsbericht macht zugleich deutlich: Wer die gesundheitliche Situation von Frauen und Müttern verbessert, stärkt zugleich auch die Familien und die Gesellschaft, in der sie leben [hier]

Ob dieser Mitteilung bin ich fast ohnmächtig vor Zorn. Erst letztens habe ich der Homepage irgendeiner deutschen Stadt entnehmen können, das sich Gleichstellungsbeauftragte nur für die Belange von Frauen und Mädchen interessieren. Daraufhin schrieb ich diese Frau an und als Antwort bekam ich lediglich ein blabla zurück.

Wie man beispielhaft der unten eingefügten Grafik der Amerikaner entnehmen kann, sterben Männer immer noch früher als Frauen, bei schwarzen Männern sieht die Bilanz noch schlimmster aus. Aber nicht nur diese Tatsache regt mich auf. Viel unverständlicher ist für mich, das man auch noch bei Kindern separiert. Demnach sind nicht nur Frauen mehr wert als Männer, sondern Mädchen auch mehr wert als Jungen. Wann hört dieser Geschlechterrassismus endlich auf?

lebenserwartung-maenner-frauen-in-den-usa

Eine Grafik über die weltweite Sterblichkeit der Menschen ist mir nicht bekannt, deshalb füge ich noch einen Link ein, der zumindest die Zahlen aller Länder präsentiert. Auch aus dieser geht klar hervor, das Männer bis auf eine Handvoll Länder, immer noch früher als Frauen sterben. Mein Dank geht an Oliver, der mir diese Liste mangels Englischkenntnisse zugeschickt hat [hier]