Mit ‘Lehrer’ getaggte Artikel

Schulen sollen über Zwangsheirat aufklären

Sonntag, 13. Juni 2010

RUMAENIEN ZWANGSHEIRATLeitfaden für Schulen zum Umgang mit Zwangsverheiratungen

Ein neuer Leitfaden soll Lehrkräfte an Schulen in Deutschland im Umgang mit dem Thema Zwangsverheiratungen sensibilisieren. Staatsministerin Maria Böhmer hat die Broschüre jetzt der Kultusministerkonferenz vorgestellt.
Erarbeitet hat die Integrationsbeauftragte die Publikation gemeinsam mit den Mitgliedern einer offenen Bund-Länder-Arbeitsgruppe.

Der Leitfaden soll das Schulpersonal auf die Thematisierung von Zwangsheirat in der Schule vorbereiten und ihm ermöglichen, gegenüber Schülerinnen und Schülern sowie potenziellen Opfern die richtige Ansprache zu finden. “Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung, die es mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen gilt”, betonte Böhmer [mehr]

Aus dem Leitfaden:

Von Zwangsverheiratung wird gesprochen, wenn die Eheschließung durch psychischen Druck, die Androhung und/oder Ausübung von Gewalt erzwungen und ohne inneres Einverständnis eines oder beider Ehepartner geschlossen wird.

Wenn man das Ganze etwas abändert, liest es sich wie folgt:

Von Zwangsvaterschaft wird gesprochen, wenn eine Schwangerschaft durch psychischen Druck, die Androhung und/oder Ausübung von Gewalt erzwungen und ohne inneres Einverständnis des Mannes beschlossen wird.

Kurioserweise wird darüber in den Schulen aber nicht aufgeklärt und schon gar nicht wird erwähnt, das man an den Ehepartner bis über den Tod hinaus gebunden ist. Überspitzt könnte man auch sagen: Daraus resultiert ebenfalls eine Zwangsverheiratung, denn der Staat unterstützt mittels Gesetze dieses Anliegen und ist an einer Aufklärung nicht interessiert.

Leitfaden für Schulen zum Umgang mit Zwangsverheiratungen
WikiMANNia: ZwangseheZwangMigranten

Lehrerin kann von Schülern lernen

Dienstag, 23. März 2010
©by Dieter Schütz/Pixelio.de

©by Dieter Schütz/Pixelio.de

Lehrer aus Leidenschaft • “Wir lernen auch von den Schülern”

“Schüler denken visionär, gehen auf ihre eigene Weise an Probleme heran”, sagt Elke Rouakby, Lehrerin an der Integrierten Gesamtschule Barsbüttel.

Barsbüttel. Seit 35 Jahren unterrichtet sie Mathe und Physik - noch immer mit Begeisterung. “Von unseren Schülern können wir Lehrer lernen, auch mal neue Ansätze auszuprobieren”, sagt sie. Mit ihrer Fächerwahl ist Elke Rouakby als Frau eine Seltenheit. “Aber ich habe meine Wahl keinen Augenblick bereut.” Auch ihre Schüler sollen spüren, dass sie Erfolg haben können. “Den Mädchen versuche ich, die Angst vor dem Physikunterricht zu nehmen”, sagt Rouakby. “Und Jungs wollen mehr experimentieren. Denn hinter ihrer oft chaotischen Fassade sind Jungs genauso klug wie Mädchen.” In der ersten Etage hat einer ihrer Projektkurse eine Solar-Ecke gestaltet: Ein überlebensgroßer Astronaut steht dort und ein Modell der Sonne. “Ich bin immer wieder begeistert von den kreativen Ideen der Schüler.” Wichtig sei es, an die Entwicklungsfähigkeit der Jugendlichen zu glauben.

Es gibt sie also doch - Frauen die ihre Arbeit nicht einfach nur als irgendeinen Job ansehen, sondern als das, was er in sozialen Berufen auch sein sollte, als Berufung. Da ich mich über positive Dinge immer wieder freue, stelle ich diesen Artikel gerne ein.

Der direkte Link zum Hamburger Abendblatt weißt nur auf einen Bezahl-Artikel. Über Google kann man aber direkt darauf zugreifen, wenn man möchte. Gefunden habe ich diesen Artikel allerdings bei WegJungs [hier]

Jungenleseförderung-Artikel mit MANNdat

Freitag, 19. März 2010
©by Simone Peter/Pixelio.de

©by Simone Peter/Pixelio.de

Stuttgart - Planet Girl heißt ein neuer Verlag, der auf die wachsende Zielgruppe der Mädchen setzt. Für Jungs, so belegen viele Studien, bleibt Lesen trotz vieler Bemühungen oft feindliches Terrain. Auch Väter greifen nicht zum Buch. Nun will der Klett-Kinderbuch-Verlag Vorlesemuffel mit einem Geschenk bekehren.

[..]Das Männer-Netzwerk MannDat hat eine spezielle Jungenleseliste erarbeitet. Doch Bruno Köhler, der sich um sie kümmert, weiß, dass es mit kleinen Schritten nicht getan ist: “Es fehlt an einer Jungenleseförderkultur”, sagt er. “Es gibt in Bibliotheken, Schulen und bei Elterninitiativen verschiedene Jungenleseförderprojekte. Aber dieses sind einzelne Aktionen. Eine Jungenleseförderkultur wird daraus erst, wenn von politischer Seite diese Einzelaktionen zu einem Netzwerk verbunden werden. Doch der Wille dazu fehlt.”

An den pädagogischen Hochschulen im Land, so die MannDat-Kritik, gebe es zwar diverse Mädchenprojekte. “Projekte zur Jungenbildungsförderung, zum Beispiel im Bereich Lesen, existieren nicht. Hier zeigt sich, dass eine Jungenleseförderung, wie sie die Pisa-Studie schon 2000 als große bildungspolitische Herausforderung’ angemahnt hat, noch nicht in den pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg angekommen ist.” Dies sei besonders bedauerlich, weil die jungen Lehrer so kaum als Mediatoren für Jungenleseförderung an ihren zukünftigen Wirkungsstätten dienen könnten.

[..]Warum, fragen sich Frauen, die keine Lust mehr auf die männliche Raushaltetaktik und Jammerstrategie haben, schreiben nicht mehr Männer Kinderbücher?

[..]Das heißt: Jungs haben ein biologisches Defizit, das man durch besonders spannende Lektüre ausgleichen muss. Wie die aussehen kann, hat die Kinderbuchautorin Charlotte Habersack im Gespräch mit Bruno Köhler für MannDat so formuliert [mehr]

Ob die Autorin die vom BMFSFJ geförderte Studie gelesen hat? Ein User aus dem MANNdat-Forum hat zu dem Artikel eine passende Antwort gegeben und dieser schließe ich mich an:

Hans, Donnerstag, 18. März 2010, 08:18 @ Timo
Wie anders haben doch Männer reagiert als es darum ging, Bildungsbenachteiligungen von Mädchen zu reparieren…

Man erkennt bei Frauen ein typisches Argumentationsmuster: Haben Jungen Benachteiligungen zu ertragen, so ist es Privatangelegenheit der Männer, sich für deren Behebung einzusetzen, wobei man sie nach Kräften zu behindern trachtet. Sollen sie doch erst mal bessere Väter werden oder Grundschullehrer und Kindergärtner usw. Sind hingegen Mädchen und Frauen zu fördern, so ist es die Aufgabe der ganzen Gesellschaft und des Staates hier schnellstens alle Ressourcen zu mobilisieren.

MANNdat-Forum: Jungenleseförderung - Artikel mit MANNdat

Lehrer agitierte gegen Abtreibung

Freitag, 05. März 2010

abtreibungEin Lehrer der Hellersdorfer Arche-Grundschule hat offenbar versucht, seine Schüler gegen Abtreibungen aufzubringen. Die Schule distanziert sich von dem Pädagogen.

Ein Lehrer der Hellersdorfer Arche- Grundschule hat offenbar versucht, seine Schüler gegen Abtreibungen aufzubringen. Mit Arbeitsblättern, die den Ablauf einer Abtreibung in drastischer Form beschreiben, sollten sich die Kinder mit den Details des Eingriffs auseinandersetzen. Die Schule hat sich inzwischen von dem Lehrer distanziert. Ihr droht ein Imageschaden, weil das Material publik geworden ist: Jugendstadträtin Manuela Schmidt (Linke) hatte die Blätter zugespielt bekommen und weitergereicht.

Nach Angaben von Schulleiter René Schlüter handelte es sich um einen Pädagogen, der bis Dezember für ein halbes Jahr als Vertretungslehrer eingesetzt war. „Wenn er noch bei uns wäre, würden wir ihn jetzt fristlos entlassen“, stellte Schlüter am Dienstag klar. „Wir sind traurig und ärgerlich und verurteilen das Vorgehen des Lehrers.“ In dem Papier ist davon die Rede, dass „Kinder in Stücke zerlegt“ werden, damit sie beim Absaugen durch den Schlauch passen. Zuerst würden Arme und Beine „vom Körper getrennt“, dann der „Rumpf vom Kopf“. Da der Kopf zu groß sei, müsse der Arzt ihn zerkleinern. Weiter steht dort, dass der „zerfetzte Körper“ zum „Verbrennungsofen“ gegeben werde. Im Text fehlen Wörter, die von den Fünftklässlern einzusetzen waren. Die Senatsverwaltung für Bildung zeigte sich entsetzt über das Material. „Die Schule muss in Zukunft noch genauer hinsehen,“ forderte der Sprecher von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), Jens Stiller [mehr]

Leider ist es bezeichnend für unsere Gesellschaft, das man sich nicht von der Tat abgestoßen fühlt, sondern von deren Beschreibung. Allerdings ist aus meiner Sicht das Alter für die Übermittlung eines solchen Themas nicht in Ordnung. Dazu möchte ich eine kurze Begebenheit erzählen. Als meine Tochter 9 Jahre jung war, wurde im Religionsunterricht das Thema Moses durch genommen. Dazu wurde den Kindern der gleichnamige Film gezeigt, auf gesplittet in 3 Teile. Nach dem ersten Teil schlief meine Tochter nachts sehr unruhig, aber leider erzähle sie mir nicht, warum. Nach dem zweiten Teil hatte sie Nachts Alpträume, schrie und wachte auf. Erst danach erfuhr ich den Grund. Da mein Sohn gerade geboren war, stellte sie sich immer wieder vor, wie ihr Bruder gegen eine Wand geschlagen wurde. Diese Bilder bekam sie nicht aus dem Kopf und deshalb setze ich mich am nächsten Tag sofort mit der Schule in Verbindung. Ich erfuhr, das es anderen Kindern auch so ergangen war, sich deshalb viele Eltern beschwert hatten, so das der Film abgesetzt wurde.

Auch wenn den Kindern in der Schule keine realen Bilder gezeigt wurden, so setzen sich aus meiner Sicht diese Grausamkeiten fest. Die einzige Frage, die sich mir deshalb stellt, ist folgende: ab wann kann man Kindern solche Grausamkeiten zumuten?

Dieses Thema möchte ich mit einer Anekdote abschließen.

Ein Dozent fragte seine Medizinstudenten an der Uni in Dresden: “Würden sie dieses Kind auf die Welt bringen wollen?” Es wäre das 6. Kind alter Eltern. Die Mutter erkrankte an Syphilis. Der Vater ist Alkoholiker und taub auf beiden Ohren…”

Die Medizinstudenten stimmten alle mit nein.

Der Dozent antwortete darauf: “Meine Herren, soeben haben sie Beethoven getötet.”

WikiMANNia: Abtreibung
DIE LINKE, Seite über Spätabtreibung vom Netz genommen

NEU

Abtreibungsbusiness in USA - Und ich dachte: Es kämpft um sein Leben

Köln, 08.12.2009: Leiterin einer texanischen Abtreibungsklinik sieht erstmals eine Abtreibung live und – kündigt. Seit einigen Wochen schon erregt das Thema Abtreibung und Abtreibungsbusiness die Gemüter der Menschen in den USA. Grund hierfür ist der in die Öffentlichkeit geratene Fall der Abby Johnson. Die ehemalige Leiterin einer Abtreibungsklinik in Texas kündigte ihren Job, nachdem sie nach acht Jahren Klinikzugehörigkeit erstmals eine Abtreibung live im Ultraschall miterlebte [mehr]

Amazon: Geschäft Abtreibung von Alexandra Maria Linder

Gleichstellungspolitik für Jungen

Donnerstag, 04. März 2010

kristina-koehlerKristina Schröder äußert sich im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) über die geplante gesetzliche Familienpflegezeit und den Kampf gegen Kinderpornographie. Zudem spricht sie über die Themen Zukunft des Zivildienstes und Gleichstellungspolitik für Jungen.

FAZ: Wie gehen Sie mit der Zivildienstverkürzung um, die der Wehrdienstverkürzung folgen muss?

Kristina Schröder: Wir arbeiten gerade an einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes. Das wäre für rund ein Drittel der Zivildienstleistenden interessant - zum Beispiel für die, deren Dienstzeit im Frühjahr endet, die aber erst im Herbst eine Ausbildung oder ein Studium beginnen können. Da gibt es aber noch Diskussionen mit unserem Koalitionspartner. Wir wollen auch die Freiwilligendienste noch einmal deutlich stärken und dabei auch bildungsferne Schichten oder Migrantenfamilien besser einbinden. Freiwilliges Engagement kann schließlich eine interessante Berufsperspektive bieten. Auch die wenigen männlichen Erzieher in Kindertagesstätten kommen meist über den Zivildienst oder Freiwilligendienste dort hin. Die jungen Männer haben sich das vielleicht vorher gar nicht vorstellen können und dann gemerkt, dass sie der Star in der Kita sind.

FAZ: Sie haben sich auch eine Gleichstellungspolitik für Jungen vorgenommen und dafür ein eigenes Jungen-Referat im Ministerium eingerichtet. Was soll das tun?

Kristina Schröder: Jungen im Kindergarten oder in der Schule schneiden in vielen Bereichen schlechter ab als Mädchen. Sie schreiben schlechtere Noten, sie verlassen öfter ohne Abschluss die Schule, sie werden öfter kriminell. Offenbar haben wir die Jungen vernachlässigt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich will jetzt auf keinen Fall irgendetwas an der Förderung der Mädchen ändern - wir sind ja froh, dass es da so gut läuft. Aber wir haben die Pflicht, genau hinzuschauen, ob wir die Jungen nicht auch deutlich besser fördern können. Entwicklungspsychologen sprechen von einem Mangel an männlichen Vorbildern - in den Kitas, in den Grundschulen, vielleicht auch zu Hause. Sie sagen aber auch, dass die Pädagogik sehr weiblich geprägt ist und einseitig das belohnt, wo die Mädchen Vorteile haben.

FAZ: Sie werden aber schwerlich verordnen können, dass mehr Männer Grundschullehrer werden sollen.

Kristina Schröder: Ich gehöre nicht zu denen, die fordern, dass alle Berufe fünfzig-fünfzig besetzt sind. Männer und Frauen haben im Schnitt unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten. Ich glaube nicht, dass wir irgendwann fünfzig Prozent E-Technik-Studentinnen haben werden, und ich will sie auch nicht umerziehen, das ist nicht meine Aufgabe. Aber gerade deshalb müssen wir sehen, ob in der Gesellschaft nicht das, was Frauen leisten, niedriger bewertet wird, als das, was Männer leisten. Als der Grundschullehrer früher ein männlich dominierter Beruf war, da war der Lehrer im Ort hoch angesehen - neben dem Arzt, dem Apotheker und dem Pfarrer. Das ist heute nicht mehr so, und man muss sich eben genau fragen, warum [mehr]

Im Großen und Ganzen hören sich die Argumente gut an und persönlich kann ich einigen Vorstellungen von Frau Schröder zustimmen. Ich frage mich aber trotzdem, wann das Jungenreferat mit seiner Arbeit beginnt. Bisher ist ja erst in einer Pressemitteilung des BMFSFJ über Jungen geschrieben worden. Eine weich gespülte Politik für Jungen ala “Neue Wege für Jungs” brauchen wir nun wirklich nicht.
Ein bekanntes Zitat sagt: An ihren Taten werdet ihr sie erkennen und das ist wohl das Einzige, was man letztendlich zu diesem Interview sagen kann.

Kristina Köhler über Väter und Jungen

Montag, 07. Dezember 2009

kristina-koehlerDr. Kristina Köhler spricht im Interview mit der “Welt am Sonntag” über das geplante Betreuungsgeld, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie über die Förderung von Jungen.

Welt am Sonntag: Sie wollen die Väter stärken?

Kristina Köhler: Mir ist die Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einseitig auf Mütter fokussiert. Dabei fällt es auch Männern oft schwer, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wenn es um flexiblere Arbeitszeiten geht oder mehr Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen, haben es Väter in den Unternehmen oft sogar schwerer als Mütter.

Viele Männer trauen sich doch gar nicht, in ihren Unternehmen zu bitten, ein Meeting nicht in den Abend zu legen. Und das, obwohl viele Väter gern mehr Zeit mit ihren kleinen Kindern verbringen würden. Das zeigt die immer weiter steigende Zahl der Väter, die die Partnermonate beim Elterngeld in Anspruch nehmen. Inzwischen sind es fast 21 Prozent aller Elterngeldbezieher. Hier hat ein gewaltiger Wandel stattgefunden.

Welt am Sonntag: Bislang nehmen die meisten Väter aber nur zwei Monate Elternzeit, die Mütter ein ganzes Jahr. Wollen Sie die Partnermonate ausweiten?

Kristina Köhler: Wir denken darüber nach, die Partnermonate
auszudehnen. Dabei ist aber noch völlig offen, ob der Gesamtzeitraum von derzeit 14 Monaten ausgeweitet oder aber innerhalb des bisherigen Zeitraums der Anteil der Partnermonate größer werden soll.

Welt am Sonntag: Kommt der neue, häusliche Vätertyp eigentlich gut bei den Frauen an?

Kristina Köhler: Ich glaube, es braucht eine gewisse kritische Masse von Vätern, die eine Zeit lang zu Hause bleiben. Dann wird sich auch gesellschaftliches Denken ändern: Es hat ja jetzt schon nichts Orchideenhaftes mehr, sich als Mann um seine Kinder zu kümmern. Im Gegenteil, es liegt im Trend. In Großkanzleien fangen doch sogar schon die Partner an, Vätermonate zu nehmen. Und die stehen garantiert nicht unter dem Verdacht, Softies zu sein.

Welt am Sonntag: Ihr Haus hat jetzt ein neues Referat zur Jungen-Förderung. Warum?

Kristina Köhler: Aus vielen Untersuchungen wissen wir: Jungen bekommen schlechtere Noten, gehen häufiger auf Hauptschulen und brechen eher die Schule ab. Das hat auch etwas damit zu tun, dass es in der Kindertagesstätte und in der Grundschule kaum männliche Erzieher und Lehrer gibt. Das ist hochproblematisch, gerade weil es heutzutage so viele Kinder gibt, die ohne Vater aufwachsen.

Wir müssen uns daher Gedanken machen, wie wir es schaffen können, dass mehr Männer diese Berufe ergreifen. Das gilt auch für die Grundschulpädagogik: Wir müssen schauen, ob sie nicht zu sehr auf Mädchen ausgerichtet ist. Werden vielleicht zu viele Schmetterlinge gemalt und zu wenige Ritterburgen? [mehr]

Des weiteren wurde Frau Köhler noch zu Ehe und Adoptionen von Homosexuellen, Migranten und Gender Mainstreaming befragt. Mit ihrer jetzigen Meinung dürfte sie aber im feministischen Ministerium für alle außer Männer ziemlich anecken. Mal schauen, wie lange sie dem Meinungsmonopol des BMFSFJ widersteht. Ich kann mich noch an den Enthusiasmus erinnern, den viele Männer am Anfang ihrer Amtszeit von Renate Schmidt und Ursula von der Leyen hatten und wie bitter viele enttäuscht wurden. Aber wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)

Nachfolgend noch der Link zu einem weiterer Beitrag aus der Süddeutschen zu Frau Dr. Kristina Köhler. Zitat:

Kristina Köhler hat trotz Bundestagsmandat promoviert. Ohne ihr Netzwerk aus Uni, Politik und privatem Umfeld wäre die Ministerin aber nicht Frau Doktor [Süddeutsche]

Lehrerinnen führend bei Altersteilzeit

Sonntag, 29. November 2009

Deutscher Bundestag • Stenografischer Bericht • 7. Sitzung
Plenarprotokoll 17/7 • Berlin, Mittwoch, den 26. November 2009

Dr. Heinrich L. Kolb (FDP):
Der dritte Punkt müsste Sie eigentlich nachdenklich machen, weil Sie doch immer Kämpfer für die Schwachen und Entrechteten sein wollen: Es sind eben nicht die Angehörigen der körperlich belastenden Berufe, die mehrheitlich von der Altersteilzeit Gebrauch machen. Es sind vielmehr – hören Sie genau hin! – die Bankkaufleute und die Versicherungskaufleute – sie gehören nicht unbedingt zur Klientel der SPD –, die die Altersteilzeit regelmäßig wählen. Auf den nächsten Plätzen in der Statistik folgen bei den Frauen die Lehrerinnen und bei den Männern die Chemiearbeiter.
Man kann doch nicht sagen, dass diese Menschen nicht so lange arbeiten können. Offensichtlich spielen da ganz andere Überlegungen eine Rolle.

Das Lehrerinnen führend bei Altersteilzeit sind, wusste ich nicht. Ob das mit der Überforderung im Beruf zusammen hängen kann?

Link
Plenarprotokoll 17/7 vom 26. November 2009

Lehrerberuf zieht vor allem schwache Abiturienten an

Dienstag, 24. Februar 2009

… oder hätte ich besser Abiturientinnen schreiben sollen? Landauf, landab wird derzeit von schlechten Lehrern geredet. Kurioserweise scheint es hier keine Powerfrauen zu geben, obwohl gerade Frauen den höchsten Anteil in den unteren Stufen des Lehramts stellen, wie die Tabelle verdeutlicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2004c; BMFSFJ
Quelle: Statistisches Bundesamt 2004c; BMFSFJ

Die Kernaussage
Abiturienten mit guten Noten werden nur selten Lehrer, der Beruf zieht vor allem schlechte Schüler an. “Nur Gymnasiallehrer haben einen Abiturdurchschnitt, der so gut ist wie der von anderen Uni-Absolventen”, sagte der Autor der Studie, Ludger Wößmann vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Lehrer für Grundschulen und für die Sekundarstufe I hingegen waren ihm zufolge deutlich schlechter im Abitur.

Dass nicht unbedingt die akademische und pädagogische Elite in den Lehrerberuf strebt, ist keine ganz neue Erkenntnis. Schon länger beklagen Bildungsforscher, dass viele ungeeignete Studenten in den Lehrerberuf stolpern; sie seien bequem, inkompetent und schnell überfordert. Eine andere Studie zeigt, dass viele Pädagogen, die sich ausgebrannt fühlen, schon beim Berufseinstieg unmotiviert und überfordert waren. [mehr]

Kommentar
In keinem der verlinkten Artkel habe ich gelesen, das in besonderem Maße Frauinnen betroffen sind, wo es gerade bei diesem negativen Kriterium stimmen würde. Bequem, inkompetent und schnell überfordert trifft es wohl richtig und deckt sich nachhaltig mit allen anderen Feststellungen hinsichtlich Frauenförderung, Frauenerwerbsquote, Unterhaltsempfängerinnen und dgl. mehr. Interessant ist das ansprechen des “Burnout-Syndrom” und die Feststellung von Prof. Dr. Udo Rauin, das die These vom “ausbrennen” gerade bei besonders engagierten Lehrern wegen der Diskrepanz zwischen eigenen Zielen und beruflicher Realität eben nicht stimmt. Nach seiner Meinung kann man diese Feststellung schon während des Studiums treffen, was einigen Studenten auch gelingt, aber leider werden keine dementsprechenden Konsequenzen gezogen.

[..]..Im Gegenteil - Der Untersuchung zufolge zeichnet sich schon im Studium ab, wer später im Beruf scheitern und verzweifeln wird - es sind die schwachen, die überforderten, die Verlegenheitsstudenten, die von Anfang an nicht Feuer und Flamme für den Beruf sind. Und beim “Burnout”-Phänomen Jahre später im Schuldienst kommt Pädagogik-Professor Udo Rauin zu einem bemerkenswerten Schluss: “Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‘gebrannt’.”

Aus diesem Blickwinkel ist es keine Überraschung, das sich bereits nach den ersten vier Berufsjahren jede/r Zehnte stark überfordert fühlt. Allerdings verwundert es vermutlich keinen, das in sämtlichen Berichten nicht von Lehrerinnen und Lehrern gesprochen wird, sondern schlicht von den Lehrern. Während fast alle Studien nach männlichen und weiblichen Kriterien untersucht werden, ist eine dementsprechende Wertung bei dieser Studie anscheinend ausgefallen. Da ich diesen Aspekt aber genau wissen will, habe ich die Uni Frankfurt angeschrieben. Sollte ich eine Reaktion erhalten, werde ich diese hier veröffentlichen.

Link
Prof. Dr. Udo Rauin: Im Studium wenig engagiert–im Beruf schnell überfordert
Pressemitteilung: Bildungsforscher Udo Rauin stellt Längsschnittstudie vor
Frauenministerium: Genderdatenreport zu Lehrkräfte

Schulen mit einem hohen Migrantenanteil brauchen mehr Unterstützung”

Freitag, 13. Februar 2009

Staatsministerin Maria Böhmer hat die Länder aufgefordert, Schulen mit einem hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien stärker als bisher zu unterstützen.

[..]Zugleich erinnerte Maria Böhmer an die Ziele, die sich die Länder im Integrationsplan verbindlich gesetzt haben. Die Länder haben sich verpflichtet, bis 2012 die Leistungen der Jugendlichen aus Zuwandererfamilien an das Leistungsniveau der Einheimischen heranzuführen. Außerdem soll die Zahl der Schulabbrecher halbiert werden [mehr]

Kommentar
Ich wage zu bezweifeln, das diese Zusage der Bundesländer umgesetzt wird. Das Dilemma fängt ja bereits in der Grundschule an. Viele Migrantenkinder sind vor ihrer Einschulung kaum mit der deutschen Sprache in Berührung gekommen, da sie selten einen Kindergarten besuchen und hauptsächlich in ihrer Familie aufwachsen. Vielleicht ist die Idee des verpflichtenden Vorschuljahres gar nicht die schlechteste, auch und gerade für einheimische Kinder.