Mit ‘Geschlechtergerechtigkeit’ getaggte Artikel

Rot-Grün und Jungenförderung bleiben in NRW ein Widerspruch

Dienstag, 10. August 2010

jungen-brauchen-maennliche-vorbilderMANNdat: Rot-Grün und Jungenförderung passen einfach nicht zusammen. Dies bestätigt der Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Regierung in NRW.

Während dem Thema „Frauen und Mädchen“ ausreichend Raum in Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen NRW-Regierung eingeräumt wird, bleiben Jungen wieder einmal außen vor.

Dabei werden nicht nur die zunehmenden Bildungsprobleme der Jungen, wie sie im nationalen Bildungsbericht wieder bestätigt wurden, erneut ignoriert. Auch Themen wie z.B. Gewalt gegen Jungen bleiben weiterhin tabu. Auf dem Plan der rot-grünen Regierung stehen spezielle Gewaltschutzeinrichtungen lediglich für Mädchen, sog. „Mädchenhäuser“. Der bewusste Ausschluss von Gewalt betroffener Jungen aus den neuen Hilfseinrichtungen ist eine Brüskierung derjenigen, die erwartet hatten, die Diskussion über die Misshandlungen von Jungen in kirchlichen Einrichtungen habe endlich zu einer Enttabuisierung von Gewalt gegen Jungen geführt. Es überrascht, wie gerade Rot-Grün immer noch in alten Rollenstereotypen verhaftet ist, in denen kein Platz für männliche Opfer ist.

Die von einer weiblichen Doppelspitze geführte Landesregierung setzt damit die unheilvolle Praxis der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung fort, die mit der Ausgrenzung von Jungen aus dem Zukunftstag eine geschlechterspezifische Jugendpolitik implementierte, deren Charakteristika das bloße Weglassen von Jungen war.

Weiterhin steht die Einrichtung von speziellen Arbeitsagenturen für Frauen auf dem Plan. Dass die männliche Jugendarbeitslosigkeit in NRW um fast 60% höher ist, als die weibliche, und das mit steigender Tendenz, interessiert die neue Regierung offenbar nicht.

„Die rot-grüne Geschlechterpolitik beschränkt sich auch heute noch ausschließlich auf die Frauenquote. Und rein pragmatisch gesehen, ist natürlich jeder Junge, der in der Bildung scheitert und jeder Mann, der arbeitslos wird, ein Gewinn für die Frauenquote“, so Dr. Bruno Köhler vom Verein MANNdat.

http://manndat.abplesk01.de/index.php?id=281&tx_ttnews[tt_news]=263&tx_ttnews[backPid]=22&cHash=7d4ec446a7

Wenn ich das lese, dann mag ich mir gar nicht vorstellen, was laufen wird, wenn Rot-Grün mal wieder die Bundesregierung stellen sollte. Von Geschlechtergerechtigkeit ist auf jeden Fall keine Spur zu sehen. Letztendlich bestätigt dieser Koalitionsvertrag, was Männerrechtler schon lange wissen: Gender-Mainstreaming ist reine Frauenförderung.

Koalitionsvertrag der rot/grünen NRW-Regierung

Interview mit einer Gleichstellungsbeauftragten

Mittwoch, 26. Mai 2010

monika-dittmerGleichstellungsbeauftragte kümmern sich um Frauen und Mädchen. Für die Probleme von Jungen und Männern interessieren sie sich meistens nicht. So die landläufige, leider nur allzu oft zutreffende Meinung in der Bevölkerung über Gleichstellungsbeauftragte.

Monika Dittmer, Gleichstellungsbeauftragte der niedersächsischen Stadt Goslar, ist die große Ausnahme: Sie steht für Dialogbereitschaft zwischen den Geschlechtern und hat für die Probleme von Jungen und Männern ein offenes Ohr.

MANNdat hat sie interviewt und zu ihrer Motivation und ihren Ansichten befragt. Lesen Sie hier den ersten Teil unseres Interviews mit ihr.

Zitat Dr. Bruno Köhler, MANNdat: “Gleichstellungsämter sind in der Regel männersterile Zonen”

MANNdat e.V.

Die Rosinenpickerei des Feminismus

Montag, 19. April 2010

feminismus-schlaegt-mit-hammer-auf-menschenrechte1Zunächst einmal folgendes: Für Interessierte ist das lesen des Dokuments sicher lohnenswert. Es stehen noch weitere Schmankerl drin, die ich aber aus Platzgründen nicht einstellen kann/will.

Gender Budgeting als geschlechterpolitische Strategie

Seite 38 (4) Sie (Anm: Die feministische Ökonomie) wies auch nach, dass eine für den Staat »erfolgreiche« Verringerung des Haushaltsdefizits unter anderem zu einer (Re-)Privatisierung von Reproduktionsarbeiten führt: Sparen in öffentlich finanzierten Bereichen führt zu einer Verlagerung von gesellschaftlich notwendigen Aufgaben. Leistungen des Staates werden in die Privathaushalte bzw. in den Bereich der »CareÖkonomie « delegiert. Dieser Bereich der unbezahlten Pflege- und Versorgungsarbeit wird mehrheitlich von Frauen getragen. Im Rahmen der Umschichtung von Arbeit durch »Sozialabbau« wurde jedoch so getan, als ob Arbeitszeit im Care-Bereich eine beliebig zur Verfügung stehende Ressource wäre.

[..]Seite 42 (8) Aber auch die Einnahmenseite ist Gegenstand des Gender Budgeting. Hier kann die Geschlechtsdisaggregierte Analyse des Steueraufkommens herangezogen werden. Dabei wird gefragt, wer (Frauen oder Männer) direkte und indirekte Steuern bzw. Gebühren an den Staat abführt. Aber auch Effekte von Privatisierungen, die sich ja zunächst (zumindest kurzfristig) auf der Einnahmenseite öffentlicher Haushalte niederschlagen, wären hier unter der Perspektive von Auswirkungen auf Geschlechtergerechtigkeit unter die Lupe zu nehmen. Ein Beispiel für den Fokus auf Steuern kommt aus Österreich. [..]Begünstigende Ausnahmeregelungen kommen jedoch bis auf wenige Ausnahmen vor allem männlichen Steuerzahlern zugute (ebd.).

Der Blick auf Steuern blendet jedoch die unbezahlte Arbeit (CareÖkonomie) aus. Dieser Bereich könnte oder sollte aber als indirekte bzw. »unsichtbare Steuer« berücksichtigt werden. Berechnungen über den Wert der unbezahlten Arbeit bzw. Neuberechnungen des Bruttosozialproduktes unter Berücksichtigung der Care-Ökonomie liegen vor (vgl. Madörin 2001b). Da es hier jedoch auch um die grundsätzliche Frage des Wertes von Arbeit bzw. unterschiedlicher Tätigkeiten geht, ist eine solche Bewertung kein einfaches Unterfangen.

Eben auf die Frage der unbezahlten Arbeit fokussiert die nach Geschlecht aufgeschlüsselte Analyse des Einflusses des öffentlichen Haushaltes auf Zeitnutzung (Zeitbudget-Studien). Die Annahme ist hier, dass es eine Wechselwirkung zwischen der Gestaltung öffentlicher Haushalte und der Zeitnutzung in Privathaushalten gibt. Berechnet wird, bis zu welchem Grad sich öffentliche Haushalte auf unbezahlte Arbeit stützen. Es kann in diesem Zusammenhang zum Beispiel errechnet werden, wie viel zusätzliche Arbeit auf die Privathaushalte und damit vor allem auf Frauen zukommt, wenn in Bereichen wie Pflege oder Kinderbetreuung gekürzt wird. Auch können unbezahlte Arbeiten in Wert gesetzt werden unter der Fragestellung: Was würde diese Arbeit auf dem freien Markt kosten? Auf diese Weise wird der volkswirtschaftliche Wert unbezahlter Arbeit offengelegt.

Seite 43 (9) Wie oben angedeutet, ist allerdings Vorsicht geboten: Wenn lediglich eine Nutzer/innen-Analyse und diese überdies in spezifischen Bereichen angestellt wird, könnte der falsche Eindruck entstehen, dass Frauen staatliche Leistungen stärker in Anspruch nehmen. Aber es wäre zum Beispiel absurd, die Kosten für Frauenhäuser als »frauendominiert« zu rechnen, mit dem Argument, Frauen seien die unmittelbaren Nutzerinnen entsprechender Einrichtungen. Das Instrumentarium stößt auf Grenzen, wenn nicht die Frage nach Verursachung von Kosten ins Spiel gebracht wird, also eine Gender-Analyse darüber hinausgeht, dass Nutzerinnen und Nutzer staatlicher Leistungen schematisch differenziert werden (»sex counting«). Wie wird zum Beispiel mit kritischer Jungenarbeit umgegangen? Nur weil hier Jungen durch Finanzzuweisungen begünstigt werden, macht das eine Maßnahme noch lange nicht frauen- bzw.geschlechterpolitisch unsinnig.

Seite 44 (10) Schwierig stellt sich auch eine Bewertung der Einnahmenseite dar: Gerade in Deutschland herrscht ein signifikantes Lohngefälle zwischen Frauen und Männern – eine Einnahmenanalyse wird also ergeben, dass Männer mehr Steuern zahlen als Frauen. Damit könnte leicht argumentiert werden, dass Männer dann auch eher in den Genuss staatlicher Leistungen kommen sollten. Unbezahlte Arbeit in der Familie und im ehrenamtlichen Bereich müsste als eine Art unsichtbare Steuer in die Berechnungen mit einfließen. Gender Budgeting bietet hier zwar eine Reihe von Möglichkeiten zum Beispiel durch die Einbeziehung von Zeitbudget-Studien oder Nutzenanalysen. Allerdings ist der Einsatz dieser Instrumente voraussetzungsvoll und geht in der Regel über die Fachkenntnisse und auch die Zeitkapazitäten der regelhaften Verwaltungspraxis hinaus.

Fazit
Für die Umsetzung der Strategie Gender Budgeting gibt es keine Rezepte[..]

MANNdat hat im Übrigen eine Analyse der Geldströme in öffentlichen Haushalten mittels Gender Budgeting vorgenommen und unter dem Titel “Männer finanzieren, Frauen profitieren” veröffentlicht, Link siehe unten.

Des weiteren wurden von MANNdat die Studien der OECD „Growing Unequal“ 2008 und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Wenn aus Liebe rote Zahlen werden – über die wirtschaftlichen Folgen von Trennung und Scheidung“ analysiert und in einem Bericht unter dem Namen “Die OECD, die Armut und das Frauenministerium” veröffentlicht, siehe unter Links. Nachfolgend die wichtigsten Passagen:

Das maßgebliche monatliche Haushaltseinkommen bemisst sich also nach dem Nettobetrag, der nach Abzug der Abgaben verbleibt. Staatliche Transferleistungen und Unterhalt sind ggf. hinzuzuzählen. Wie ist es aber, wenn Unterhalt nicht empfangen, sondern geleistet wird? Es findet sich keine Stelle in den Fragebögen des SOEP, an der dieser Sachverhalt abgebildet wird!

Uns wurde durch berufene Quellen der Bundessozialverwaltung bestätigt, dass geleisteter Unterhalt tatsächlich als Konsum des Unterhaltsleistenden definiert ist!

Es wird also so getan, als komme der Unterhalt nicht vom Leistenden, sondern falle vom Himmel. Diese absurde Ungleicherfassung der Zahlungsströme, welche in den Wirtschaftswissenschaften ohne Parallele ist, hat zur Folge, dass zwar das Einkommen der Empfängerseite realistisch dargestellt wird, dasjenige der Geberseite aber fiktiv überhöht wird. Für einen vergleichbaren Umgang mit Bilanzzahlen würde jeder Buchhalter strafrechtlich belangt!

Nach der MANNdat-Analyse kann man festhalten, das Gender-Budgeting längst angewendet wird und zwar zum Nachteil der Männer. Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich auf meinen eigenen Bericht vom Mai 2009 gestoßen, in dem ich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur “Armutgefährdung von Männern und Frauen” veröffentlicht habe, Link siehe unten. Das Ergebnis zwischen den Geschlechtern ist nahezu gleich, es besteht lediglich ein gravierender Unterschied zwischen Ost und West.

Wenn man dann noch bedenkt, das der 7. Familienbericht des BMFSFJ festgestellt hat, das

Zitat:
Walter/Künzler (2002, 105) zeigen in einer Untersuchung an 514 Familienvätern, dass der durchschnittliche Zeitaufwand für die Erwerbstätigkeit, zu der auch Fahrtzeit und Fortbildungen gezählt wurden, bei den Vätern im Durchschnitt 52 Stunden pro Woche beträgt und bei den Müttern 18 Stunden. Der Zeitaufwand für die Kinderbetreuung lag bei den Vätern bei 18 und bei den Müttern bei 28 Stunden pro Woche. Aufgrund ihrer Daten kommen die Autoren zu der Schlussfolgerung (ebd., 123), dass der Haupteinfluss auf die differentielle Beteiligung der Väter und Mütter in der starken Ungleichverteilung der bezahlten Erwerbsarbeit zu suchen ist; normative Vorstellungen oder Appelle zum Umsteuern sind demnach alleine wenig geeignete Instrumente, um strukturelle Barrieren zu überwinden (Born/Krüger 2002) Seite 234 [hier]
Zitat Ende

zusammen gerechnet die Familienarbeit von Vätern 70 Std. und die der Mütter 46 Std. in der Woche beträgt, dann bleibt nach diesen Zahlen doch nur die Frage übrig, was die Gleichsteller eigentlich wollen? Wenn man die Zahlen des BMFSFJ aus dem 7. Familienbericht und des freiwilligen, bürgerschaftlichen Engagement (Freiwilligensurvey) zusammenzieht, dann kann sich aus meiner Sicht die Bilanz für Frauen nur verschlechtern.

Den Hinweis auf dieses Dokument habe ich durch den Newsletter der FES erhalten. Die FES (Friedrich-Ebert-Stiftung) ist im Übrigen jenes Institut, welche eine “Expertise” von Thomas Gesterkamp zur Männerbewegung heraus gegeben hat.  Die Themen aus dem Heft findet Ihr [hier]

FES: Gender Budgeting als geschlechterpolitische Strategie
MANNdat: Männer finanzieren, Frauen profitieren
MANNdatDie OECD, die Armut und das Frauenministerium
FemokratieBlog: Armutgefährdung von Männern und Frauen
WikiMANNia: Geldtransfer FreiwilligensurveyFamilienarbeit
WikiMANNia: Frauen in der PolitikFeministische Thesen

Geschlechtergerechtigkeit in Afghanistan

Dienstag, 23. März 2010

c2a9by-jerzy-pixeliode-frauen-mit-burkahib-Meldung • 2010_03/2010_076/05

Mehr Mittel für “Gute Regierungsführung” und ländliche Entwicklung in Afghanistan

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/Antwort - 15.03.2010
Berlin: (hib/JOH/ELA) Die Bundesregierung will einen Großteil der angekündigten Entwicklungshilfe-Mittel für Afghanistan zugunsten des Nordens für die Bereiche ”Gute Regierungsführung“, Schaffung von Einkommen und Beschäftigung und ländliche Entwicklung zur Verfügung stellen. Außerdem soll damit die Energie- und Trinkwasserversorgung verbessert, der Bau von Schulen und die Lehrerausbildung unterstützt sowie die afghanische Eigenverantwortung gestärkt werden, schreibt die Regierung in einer Antwort (17/969) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/725). Insgesamt, erklärt die Regierung, wolle sie ihr ziviles Engagement in Afghanistan im Bundeshaushalt 2010 von veranschlagten 220,7 Millionen Euro auf 430,7 Millionen Euro aufstocken und damit nahezu verdoppeln [mehr]

Aus den Antworten der Bundesregierung:

24. Welche Projekte zur Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit in Afghanistan plant die Bundesregierung in welchem Umfang mit den in Aussicht gestellten zusätzlichen Mitteln?

Das BMZ beabsichtigt weiterhin, die politischen, sozialen und rechtlichen Belange von Frauen und Geschlechtergerechtigkeit auf politischer Ebene (vor allem Stärkung des Frauenministeriums, Verankerung frauengerechter Grundsätze bei der Strategie- und Budgetplanung der afghanischen Zentral- und Pro vinzregierung und über die Stärkung der afghanischen Zivilgesellschaft zu fördern.

25. Inwiefern werden Fragen der Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsaufgabe in die Strategie des zivilen Aufbaus eingearbeitet?

Auf die Antwort zu Frage 24 wird verwiesen.

26. Werden Projekte zum Aufbau und zur Unterstützung der afghanischen Zivilgesellschaft und auch in den ländlichen Gebieten zur Förderung von „Good Governance“ finanziert?
Wenn ja, welche, und wie viel Geld bekommen diese?
Für welchen Zeitraum werden die Projekte ggf. gefördert bzw. durchgeführt?

[..]Nichtregierungsorganisationen werden in ihrem Engagement zur verbesserten Aufklärung der Bürger, insbes. von Frauen, bei der Geltendmachung und Verwirklichung ihrer Rechte unterstützt. Im Genderbereich wird auf politischer Ebene eine verbesserte Verankerung von Frauenrechten und Frauenanliegen in den lokalen Strategie- und Budgetplanungen angestrebt. Provinz- und Distriktverwaltungen werden mit Schulungen in ihren Fähigkeiten zu Guter Regierungsführung, insbes. im Rahmen ihrer Planungsprozesse unterstützt.

[..]Das Auswärtige Amt unterstützt Rechtsstaatlichkeit und gute Regierungsführung vor allem durch den Aufbau der afghanischen Polizei, durch die Entsendung deutsch-afghanischer Expertinnen und Experten in Schlüsselministerien, durch Schulungen von afghanischem Verwaltungspersonal sowie durch Ausbildung von Richtern und Staatsanwälten.

Diesen Artikel veröffentliche ich weniger wegen dem Frauenthema, da es aus meiner Sicht den meisten Menschen in Afghanistan schlecht geht.
Das sich aber unsere Regierung anmaßt, einem anderen Land “Gute Regierungsführung” beizubringen, wo es doch im eigenen Land an allen Ecken und Enden hapert, das schlägt dem Fass den Boden aus.

Männer finanzieren - Frauen profitieren

Sonntag, 14. Februar 2010
©by Ernst Rose/Pixelio.de

©by Ernst Rose/Pixelio.de

MANNdat-Analyse der Geldströme in öffentlichen Haushalten mittels Gender Budgeting.

Laut Bundesfamilienministerium ist unter Gender Budgeting die “geschlechtsdifferenzierte Analyse der öffentlichen Haushalte” zu verstehen. Unter anderem soll die Verteilung der Ausgaben und Einnahmen öffentlicher Kassen auf die Geschlechter erfasst werden. Dies ist eine an sich schon fragwürdige Herangehensweise, zielt die Sozialstaatsidee doch darauf ab, im Rahmen der Sozialgemeinschaft die Bedürftigen, nicht aber ein bestimmtes Geschlecht zu unterstützen. Gleichwohl erfreut sich das Gender Budgeting als Teil der Gender-Ideologie wachsender Aufmerksamkeit. In unserem Nachbarland, der Schweiz, ist eine derartige Untersuchung der öffentlichen Haushalte bereits durchgeführt worden. Die Schweizer Studie deckte einen jährlichen Transfer in Höhe von 18,25 Milliarden Franken (das entspricht ca. 12 Mrd. Euro) von den Männern zu den Frauen auf. MANNdat macht nun - gegen die Gender-Ideologie deren eigene Instrumente wendend - als Erster die Rechnung für Deutschland auf. Wie unten gezeigt wird, stellen die Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen sowie die Sozialversicherungskassen Umverteilungspumpen dar. Diese verteilen aber nicht nur von den Leistungsfähigen zu den Bedürftigen um, vielmehr finden massive Transfers von den Männern zu den Frauen statt. Wie im Weiteren gezeigt werden wird, stellen die Männer in allen Systemen in weit überdurchschnittlichem Maße die Leistungserbringer, wohingegen in nahezu allen Systemen die Frauen weit überproportional profitieren. Der Schweizer Befund findet sich also für Deutschland bestätigt [mehr]

Auch im WGvdL-Forum wurde zum Thema vieles zusammen getragen und die Ergebnisse in WikiMANNia veröffentlicht. Die Zahlen weichen zwar in einigen Punkten ab, bestätigen aber im wesentlichen die hohen Sozialtransfers von Männer zu Frauen.

WikiMANNia: GeldtransferLohndiskriminierungKarriere

Amendt - Männerarbeit der EKD

Montag, 30. November 2009

amendt2 OFFENER BRIEF 19. November 2009

Sehr geehrter Herr Rosowski,

Im Namen der Evangelischen Männerarbeit haben Sie auf meinen Essay: Warum das Frauenhaus abgeschafft werden muss geantwortet.

Überrascht hat mich, mit welcher Beflissenheit Sie sich für die Sache der Frauenhäuser einsetzen, obwohl die Evangelische Männerarbeit doch unmittelbar damit nichts zu tun hat. Da ich Ihrem Schreiben gelegentliche Übereinstimmungen und Dialoginteresse herauslese, will ich meine Antwort auf zwei Aspekte beschränken.

In Ihrem Schreiben bringen Sie durchgehend ein klassisches Männlichkeitsverständnis zum Ausdruck, das beim geringsten Anzeichen weiblicher Unzufriedenheit Männer in die Haltung der Helfer drängt. Warum ermutigen Sie Frauen nicht dazu, ihr Glück selber zu schmieden, und warum überlassen Sie es ihnen nicht, die Frauenhausarbeit zu verantworten. Stattdessen bieten sie ihnen die Rettung durch Männerhand – hier die evangelische – an. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Männern die Identifizierung mit der Frauenhausideologie und dem Gendermainstreaming nur deshalb möglich ist, weil sie meinen, dass Frauen es grundsätzlich nicht alleine schaffen. Entweder müssen Männer oder der Staat den Frauen zur Hilfe eilen. Ich halte das für eine sehr unglückliche Entwicklung, die von den guten Ansätzen der Frauenbewegung – self-empowerment - nicht viel übrig lässt. Denn das ist weder Ausdruck von Veränderungen der Geschlechterkultur, noch hat es mit Chancengleichheit oder Gerechtigkeit etwas zu tun. Eher erinnert es an das traditionelle Klischee vom »schwachen Weib« - nur in zeitgenössischer Aufmachung. Und es lässt sich nicht übersehen, dass dessen mentalitätsgeschichtliche Wurzeln zurück zu Paul Möbius Klischee »Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes« reichen und das unterschwellige Abschätzigkeit gegenüber Frauen dabei im Spiele ist.

Diese voreilige Beflissenheit halte ich im Übrigen für eines der ganz großen Hindernisse, wenn Männer ihre eigenen Interessen gerade auch jenseits der überlieferten Rollenzuweisung bestimmen wollen. Es hat viel mit dem Verlauf der Kindheit von Jungen zu tun, dass die meisten als Erwachsene fast alternativlos meinen, nur entlang der überlieferten Kultur der Sorge für Frau und Kind ihren Lebenssinn finden zu können. Das zeigt ganz besonders deutlich meine Forschung über das Schicksal vieler geschiedener Väter und meine Untersuchung darüber »Wie Mütter ihre Söhne sehen« (1994) Quelle

Der Brief besteht aus 3 Seiten, so das ich diesen nicht komplett in mein Blog einstellen kann.

Frauenförderung in Afghanistan

Mittwoch, 07. Oktober 2009

Newsletter – Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan

Mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben sich seit 2002 die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Afghanistan verbessert.

Wege in die Selbstständigkeit „Women Entrepreneurship Promotion Project“ (WEPP)

Die 39-jährige Zainab, Mutter von 8 Kindern, lebt mit ihrer Familie in der Baghrami Region im Großraum Kabul. Vom Einkommen aus ihrer Arbeit in der Maharat Fabrik kann die Familie gut leben – bevor Zainab diese Arbeit gefunden hatte, war das nicht so.
Das vom BMZ finanzierte „Women Ent repreneur shi p Promotion Project“, das von der GTZ umgesetzt wird, ermöglichte es Zainab, einen Schneiderkurs zu belegen. Dafür bekam sie im Rahmen des Projektes ein entsprechendes Stipendium. Zwar konnte sie die ihr danach angebotene Stelle als Schneiderin wegen einer Augenerkrankung nicht annehmen, sie bekam dafür aber eine volle Stelle als Reinigungsfachkraft im selben Unternehmen.
„Unsere Familiensituation hat sich sehr verbessert“, urteilt Zainab zufrieden. „Nun kann ich es mir leisten, alle unsere Kinder in die Schule zu schicken, auch unsere Töchter. Alles, was ich mir für meine Kinder wünsche, ist Gesundheit und eine gute Bildung.“ So wurde mit Hilfe des Schneiderkurses aus Zainab zwar keine Schneiderin, aber doch eine zufriedene, selbstbewusste Frau. Ihre Begeisterung teilen auch die anderen 150 Teilnehmerinnen des Ausbildungsprogramms.

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit dem Thema “Ein Markt nur für Frauen” Das 4-seitige PDF-Dokument findet Ihr [hier]

Dieser Beitrag dient - ebenso wie dem Entwicklungsministerium - lediglich der Aufzeichnung, wofür unsere Soldaten kämpfen und die entsprechenden Steuergelder aus gegeben werden.