Mit ‘Gerhard Amendt’ getaggte Artikel

Gerhard Amendt - Der flexible Mann

Montag, 08. März 2010

amendt2Wie behauptet sich heute das starke Geschlecht?

Unter den Bedingungen der freiheitlich-modernen Gesellschaft hat sich auch das Verhältnis von Männern und Frauen kompliziert. Der Notwendigkeit, dass sich beide Geschlechter mehr aufeinander zubewegen, stehen nicht nur archaische Verhaltensmuster, sondern auch die feministische Opfer-Ideologie entgegen.

Von Gerhard Amendt

[..]Die Ambivalenz der Frauen

In sichtbarem Gegensatz zur Flexibilität von Männern ausserhalb der Familie regt sich passiver Widerstand unter Männern, wenn mehr Arbeit von ihnen im Hause erwartet wird. Das monieren vor allem die beruflich flexiblen Frauen. Allerdings ist die Flexibilität, die Frauen von ihren Partnern erwarten, von einem augenfälligen Widerspruch geprägt. Frauen sind nämlich nicht so ohne weiteres bereit, ihre Ambivalenz einzugestehen, dass sie den Mann zu Hause durchaus wünschen, dass sie aber erwarten, dass er ihre alles beherrschende Mütterlichkeit nicht durch eigenmächtiges Gestalten über den Haufen wirft. Wer über den Widerstand der Männer gegen Hausarbeit und Kinderpflege reden will, der kommt nicht umhin, dieses zu thematisieren. Zumal es ein bedeutsames Hindernis für wechselseitige Flexibilität darstellt.
An der Aussengrenze des Mütterlichen

Welche anderen Alltagserfahrungen könnten es sein, die uns verstehen lassen, warum Männer angesichts flexibilisierter Weiblichkeit die Hausarbeit meiden? Wenn wir uns ansehen, woran Flexibilität der Männer gemessen wird, dann fällt Folgendes auf. Seit gut dreissig Jahren wird in Deutschland von einer Frauenzeitschrift die Familienarbeit von Ehemännern erforscht. Dabei geht es beständig um die Häufigkeit des «Windelnwechselns» und des «Müllentsorgens» durch Väter. Daran sei Flexibilität zuvörderst zu bemessen. Zeugen diese Fragen aber nicht ebenso von grosser Ambivalenz gegenüber der väterlichen Präsenz im Familienalltag? Frauen lassen den Mann den «Dreck» wegmachen und rücken ihn symbolisch an die «Ausscheidungen» des Familienlebens heran. Solange der Mann «Brot verdient und Müll entsorgt», so lange ändert sich aber an der klassischen Rollenteilung nichts. Er darf nur bis zu den Aussengrenzen des Mütterlichen herantreten. Die eigenständige Gestaltung der Familie bleibt ihm versagt.

Das wird männliche Flexibilität für häusliche Tätigkeiten weder lichterloh entflammen lassen, noch den Unmut beseitigen, dass die Ehefrau ihr bereits Grenzen setzt, bevor eigenständige Väterlichkeit überhaupt praktiziert wird. Das steht nicht nur der väterlichen Bindungsgestaltung gegenüber seinen Kindern im Wege. Es verhindert ebenso die Flexibilität, die die Ehefrau von ihm erhofft, um ihr eigenes berufliches Leben freier zu gestalten. Die Schlüsse, die Männer daraus ziehen, sind folgenreich. Sie entwickeln nämlich Zweifel, ob die Partnerin ihre Berufstätigkeit wirklich ernsthaft verfolgt. Oder wird doch alles an ihm hängen bleiben, wenn die Härte des Berufs und der Arbeitslosigkeit sie einmal trifft? So ergänzen sich seine Befürchtungen über ihre Ernsthaftigkeit mit ihrer halbherzigen Zulassung bei der Familiengestaltung zu einem Zustand, der Flexibilität erschwert und allenfalls zu gegenseitigen Vorwürfen führt.

Zusätzlich zu dieser Erfahrung in der Partnerschaft werden Männer Zeugen einer widersprüchlichen Rhetorik im Alltag und in den Medien. Zwar sehen sie, dass entschlossene Frauen mit guter Bildung extrem erfolgreich sind und ihr Leben recht frei gestalten können. Absurderweise werden sie trotz ihrem Erstarken ständig als Opfer beschrieben und Männer als schuldig dafür erklärt. Ohne Ansehen von Herkunft, Bildung und Einkommen werden Männer pauschal damit in die Position von Allmächtigen gerückt. Dem entspricht eine unterschwellige Idealisierung von Männern als die ewig Starken mit den breiteren Schultern. Und das trotz der negativen Zuschreibung als Täter.
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Ein sehr ausführlicher Artikel von Gerhard Amendt in der NZZ Online (Schweiz) und unbedingt lesenswert.

Der Feminismus vergiftet das Klima

Donnerstag, 04. März 2010

amendt2Der bekannte Bremer Soziologe Gerhard Amendt sorgt regelmässig für Wirbel im gängigen Geschlechter-Diskurs: Er hat 2004 mit seiner grossen Scheidungsväterstudie die juristische Diskriminierung der Männer in der Familie zum Thema gemacht und letztes Jahr mit seiner Forderung, sämtliche Frauenhäuser zu schliessen, in Deutschland eine politische Debatte ausgelöst. Anlässlich seines Auftritts am NZZ-Podium morgen Donnerstag, sprach der Mamablog mit Gerhard Amendt über Feminismus, Gender und das neue Arrangement der Geschlechter.

Gerhard Amendt, was ist das grösste Missverständnis zwischen Mann und Frau?

Gerhard Amendt: Dass Männer meinen, sie müssten weiterhin die Frau versorgen. Und dass Frauen glauben, der Mann sei nur ein guter Vater, wenn er sich so verhält, wie sie sich als Mutter verhalten. An diesen Missverständnissen reibt sich vieles. Untersuchungen zeigen, dass Männer Frauen nicht diskriminieren wollen, sondern meinen, sie beschützen zu müssen. Wenn Frauen stets als Opfer beschrieben werden, setzt das paradoxerweise die tradierte Versorgermentalität von Neuem in Bewegung.

Ist an allem die Emanzipation schuld?

Man muss klar zwischen der Frauenbewegung und dem Feminismus unterscheiden. Die Frauenbewegung stand für die Selbstermächtigung der Frau. Der Feminismus steht für das Gegenteil: Er macht alle Frauen zu Opfern und Männer kollektiv zu Henkern. Der Feminismus hat das Klima zwischen den Geschlechtern vergiftet. Diese Vergiftung können wir uns gesellschaftlich nicht mehr leisten. Wenn wir nur noch in Feindkategorien denken, wird der Wunsch nach Familie permanent desavouiert.

Wie kommt der Geschlechterdiskurs aus dieser Fixierung heraus?

Man muss aufhören in der biologischen Kategorie von Mann und Frau zu denken. Frau und Mann sind vielmehr soziale und psychologische Kategorien. Der Unterschied zwischen der Lebensrealität von Frauen und Männern in der Oberschicht und jenen in der Unterschicht sind heute viel grösser als der Unterschied zwischen der Lebensrealität der Geschlechter. Der Diskurs muss also die Probleme der Geschlechter schichtsspezifisch ins Auge fassen.

Was ist politisch zu tun?

Als Erstes muss man die Gelder für Genderstudies streichen. Diese Forschungsrichtung betreibt bloss Selbstbespiegelung, sie vermittelt keine Berufsqualifikation und trägt zur Problemlösung nichts bei. Die Geisteswissenschaften müssen vielmehr wieder zur Lösung von konkreten Problemen wie früher üblich zurückkehren. Zweitens sollen schrittweise sämtliche Frauenhäuser geschlossen und die Gelder in Zentren für Familien mit Gewaltproblemen investiert werden. Das habe ich den erfolgreichen Organisatoren des ersten Männerhauses der Schweiz als erstrebenswerte Perspektive vorgeschlagen. In Amerika setzen sich diese Familieninstitutionen durch, seit Untersuchungen bewiesen haben, dass Frauenhäuser den Frauen und Männern nicht helfen, im Gegenteil: Sie haben eine höhere Rückfälligkeit an Gewalthandlungen als andere neu entwickelte Institutionen mit neu konzipierten Hilfeverfahren.

Wie begegnen sich Frauen und Männer konstruktiv?

Beide müssen aus dem Zustand der Kränkung herauskommen. Und dann muss sich jedes Paar ganz konkret über Perspektiven unterhalten. Und zwar zu Beginn einer Beziehung. Darüber,ob man eine Familie gründen will und wie diese dann organisiert werden soll. Männer müssen sich fragen, ob sie es aushalten, wenn die Partnerin nicht nur ein bisschen zuverdient, sondern Karriere macht. Frauen müssen sich ehrlich hinterfragen, ob sie wirklich bereit sind, Verantwortung für das Einkommen zu übernehmen. Veränderungen können nur gemeinsam gemacht werden. Und Vereinbarungen nur individuell und abhängig von den konkreten Optionen des Paares getroffen werden. Das ist ein guter Anfang! [hier]

Zwischen den ganzen Artikeln zum Weltfrauentag ist dieses Interview so richtig erfrischend. Im übrigen, zu diesem Thema gibt es beim Schweizer Tagesanzeiger bereits 375 Antworten :-)

Bericht über Männerkongress auf FrauTV

Dienstag, 02. März 2010

Lisa Ortgies berichtete am 25.02.2010 auf FrauTV über den diesjährigen Männerkongress. Die Anmoderation zu diesem Film habe ich nachstehend eingebracht. Das Thema wird direkt am Anfang des Films vorgestellt.

Jetzt ist es soweit, Männer sind die neuen Opfer, benachteiligt, verhöhnt, verunsichert, Schulversager und Selbstmörder. Warum das so ist, können die Experten eines Männerkongresses auch nicht genau sagen. Auf jeden Fall ist der Mann in der Krise - das meint zumindest Lisa Ortgies am Anfang ihrer Sendung auf FrauTV am 25.02.2010.

Für den Mann hat das 21. Jahrhundert nicht sehr schön begonnen, durch jahrtausende der Stammesgeschichte durfte er den Chef spielen. Von ihm aus hätte das die nächsten 3.000 Jahre auch so weiter  gehen können, aber in letzter Zeit läuft es gar nicht mehr. Ritter, Cowboys oder Kriegsherren braucht kaum noch jemand. Als Familienernährer wird er auch überflüssig. Neuerdings arbeiten Frauen ja auch ganz gern in interessanten Berufen. Das sorgt bei Männern für zusätzliche Verwirrung und erhöhten Konkurrenzdruck. Der Mann von heute dreht drahtlose Runden auf fahrbaren Rasenmähern oder versinkt Tage und Nächte lang vor dem Computer. Außerdem stirbt er früher und deshalb ist er in der Krise - sagen die Experten eines Männerkongresses, der am Wochenende stattfand. Unsere Autorin Petra Storch ist da wirklich ganz unvoreingenommen hingefahren, aber jetzt raten sie mal, wer schuld ist an dem Drama.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Erster Bericht zum Männerkongress 2010

Montag, 22. Februar 2010
©by Anika Lehnert/Pixelio.de

©by Anika Lehnert/Pixelio.de

Nachfolgend der erste Eindruck eines Teilnehmers vom Männerkongress 2010 in Düsseldorf. Es ist ein langer, fast ungeheuerlicher Beitrag. Mir hat er zumindest am Anfang die Sprache verschlagen. Wer jetzt noch glaubt, das wir auf dem Weg sind, den Feminismus und seine Ausläufer am Ende zu sehen, wird hoffentlich eines Besseren belehrt. Aber lest selbst.

Liebe Mitstreiter,

anbei ein erster Versuch, meine Eindrücke vom Männerkongress zusammenzufassen. Sollte ich etwas nicht richtig darstellen, bitte ich die Teilnehmer am Kongress mich darauf hinzuweisen.

Sobald die Kongress-DVD erscheint, wird ein ausführlicherer Kommentar folgen.

Der Kongress begann mit der Ansprache der Gleichstellungsbeauftragten der Uni Düsseldorf. Wie gehabt, wurde auf die “noch immer” vorhandenen Benachteiligungen der Frauen hingewiesen: Zu wenig Professorinnen, zu wenig Lohn! Das erstaunte Auditorium erfuhr, dass die Abhaltung des Kongresses durch die Gleichstellungsbeauftragte genehmigt wurde. Wie gnädig, nicht wahr! Wenn ihr Männer Euch wie artige Kinder verhält, dann kriegt ihr ein Zuckerl.

Das der Kongress stattgefunden hat, scheint lange Zeit auf der Kippe gewesen zu sein. Man munkelt, dass der Grund dafür, die Präsenz des Herren Prof. Amendt gewesen sein soll. Während des Kongresses wurde er auch permanent von zwei Bodyguards begleitet. Der Grund dafür scheinen Morddrohungen gewesen zu sein.

Es fiel auf, dass die emeritierten Professoren viel kritischer die heute herrschenden, den Mann benachteiligenden gesellschaftlichen Zustände anprangerten, als die jüngeren, noch dem Diktat der Gleichstellungsbeauftragten ausgesetzten Professoren. Angesichts der offenen Drohung gegen Prof. Amendt und der klaren Drohung der Gleichstellungsbeauftragten, dass nur ihr genehme Kongresse von ihr genehmigt werden, ein klares Zeichen dafür, dass wir in einer Diktatur leben: Dem Matriarchat!

Einige Beiträge scheinen auf Betreiben der Gleichstellungsbeauftragten ins Programm gekommen zu sein. Im ersten Beitrag von Prof. Grammer wurde die biologische Dominanz des weiblichen Geschlechts vorgestellt, der Redner brachte sogar den Spruch aus den 80′, dass der Mann ein Fehler der Evolution wäre. Ein Zeigefinger, der länger als der Ringfinger sei, wäre ein Zeichen der Männlichkeit. Seitdem betrachte ich meine Finger gleich nach dem Aufstehen und vor dem Schlafen gehen und stelle fest, dass deren Längen zumindest von der Tagesstunde abhängen. Ob Frauen, die “männliche” Fingerlängen aufweisen auch ein Fehler der Evolution wären, wurde nicht erörtert.

Bedenkliche Zahlen nannte der zweite Redner, Prof. Krause, seines Zeichens wissenschaftlicher Sachverständiger des Psychotherapieausschusses des Bundesausschusses zur Bewertung von Heilverfahren: 30% der Bevölkerung leiden an einer psychischen Erkrankung! Bedenklich fand ich seine Äußerung zur Änderung des Gesetzes hinsichtlich Affekthandlungen: Seiner Meinung nach, sollen Schwächere beim Umbringen eines Menschen einen Bonus erhalten. Mit anderen Worten, während ein Starker oder ein Halbstarker wegen einer Affekthandlung nur wegen Tötung, nicht wegen Mord angeklagt wird, haben die Schwachen niemals diese Chance, da ihre Taten - Tötung durch Gift oder andere Methoden, ausser körperlicher Gewalt - von den Gerichten als Heimtücke, das Umbringen eines Menschen bei ihnen also immer eindeutig als Mord behandelt wird.

Prof. Hurrelmann postulierte, dass junge Männer “am traditionellen Männerbild hängen”, sie “flüchten sich in tradierten Männerrollen”, usw., usf. Als ich ihn draußen (es war kaum möglich Fragen zu stellen) auf die Rolle der Justiz in der Prägung “traditioneller Männerbilder” ansprach, gab er mir Recht, dass diese den Mann in diesen Rollen zwingt. Er pflichtete mir bei, dass also die Männer schon Änderungen haben wollen, aber nicht gelassen werden. Die Rechtsprechung ist voll davon, dass der Mann nur zahlen muss und dass er von seinen Kindern ferngehalten wird. Leider wird er aber diesen Befund niemals vortragen: Er wird nämlich keine Freigabe von der Gleichstellungsbeauftragte bekommen! Festzuhalten ist, dass eine seiner Bemerkungen den Unmut eines Großteils der Zuhörerschaft auslöste.

Am zweiten Tag kamen die mit Spannung erwarteten Beiträge der Prof. Amendt und Hollstein. Der ihnen entgegenbrandende Beifall beweist, dass sie vielen aus dem Herzen sprachen. Dazu nachdem die DVD erschienen ist, mehr.

In den darauffolgenden Workshops versuchte ich die Rolle der Justiz in der Misere des heutigen Mannes zu Sprache zu bringen. Ich fragte warum der Einfluss der Rechtsprechung in allen Forschungsvorhaben fehlt. Vergeblich! Diese Frage wurde glatt überhört.

Was mir aber sehr unangenehm aufstiess: In dem Workshop an dem ich teilnahm (Prof. Amendt) wurde auch die Arbeit der Jugendämter angesprochen und kritisiert. Bei der Bezeichnung der Hilfesuchenden verwendete man sehr oft das Unwort “Klient”. Damit haben die Diskutanden, die “Klient” http://de.wikipedia.org/wiki/Klient benutzten, meine Frage indirekt beantwortet (Zitat: “kein Rechtsschutz möglich ist”, “Mafia”, “Bei Staatszerfall ist eine solche Erscheinung normal.”).

Klient bedeutet heute ganz allgemein “Kunde”. Damit soll der Eindruck erweckt werden, dass: “Der Kunde ist bei uns der König!”.

Aha! Hat einer von Euch jemals von Sonderangebote der Jugendämter, der Gutachter, der Rechtsanwälte oder sonstiger Professionen im Sommerschlussverkauf oder Winterschlussverkauf gehört? Z. B. “Ich biete einen Abschlag von 30% auf die Verfahrensgebühr Nr. 3100 VV RVG wenn Sie mich mit Ihrer Scheidung bis 30. April beauftragen”. Oder, “50% der Verfahrengebühr Nr. 3100 VV RVG geht an die Haiti-Hilfe wenn Sie mich mit Ihrer Scheidung bis 30. April beauftragen”. Nö?? Dann scheint doch die altrömische Bedeutung von Bedeutung! Könnte es sein, dass wir doch von einer “altrömischen Dekadenz” geplagt sind??

Wie auch immer! Der Grund meiner Unmut: Gemäß Art. 6, GG hat die “staatliche Ordnung” die Ehe und die Familie zu schützen. Wenn aber die Ehe und die Familie den Professionen als “Klienten” angeboten wird (unabhängig davon, ob dieser Begriff in der altrömischen oder modernen Bedeutung verwendet wird), dann hat sich der Staat aus dem verfassungsmäßigem Schutz der Familie verabschiedet.

Ehe und Familie sind nun Gegenstand wirtschaftlicher Überlegungen der Professionen, nicht aber staatlicher Bemühungen die kleinste Zelle der Gesellschaft zu schützen.

Dann wird manches verständlicher: Divide et impera, angewandt auf die kleinste Zelle der Gesellschaft sichert den Professionen auf lange Sicht ein beständiges “Klientel”. Da der Mann für gewöhnlich der wirtschaftlich Stärkere ist, muss er am meisten geschwächt werden. Es würde mich freuen, wenn diese These eine Diskussion entfachen würde.

Der Kongress endete mit einem geschichtlichen Vortrag. Prof. Dinges erzählte uns wie natürlich sich Menschen, insbesondere Männer im 19. Jh. um ihre Familien kümmerten. Da war es normal, dass der Vater das Krankenbett seines Kindes die halbe Nacht hütete, wenn es seine Arbeit erlaubte. Das habe ich auch getan! Bin ich nun ein alter oder ein neuer “Patriarch”?

Was aber viel wichtiger ist. Er erzählte, dass früher, aufgrund der lebenslangen Arbeitsverhältnisse, der Zusammenhalt der Männer wesentlich größer war. Am Beispiel der Gesundheit, hatte er erläutert, dass aufgrund des damals herrschenden Mangels an ausgebildeten Ärzten, die Männer (und Frauen) wesentlich mehr hausmedizinische Kenntnisse besaßen als heute. Sie tauschten sich über Gesundheit auch wesentlich intensiver aus, als heute.

Ein Muster ist in vielen Lebensbereichen zu beobachten: Wir haben immer mehr unserer Probleme an Professionen delegiert. Wir tauschen uns immer weniger aus, weil wir uns gegenseitig für funktionale Analphabeten in Sachen, wie z. B. Recht halten, bzw. dazu gezwungen werden uns halten zu müssen. Damit haben wir immer mehr Teile unseres Lebens in den Händen der Dienstleistungsanbieter gelegt. Manche davon, wie z. B. die Rechtsanwälte, verbieten uns sogar (über das Rechtsberatungsgesetz) uns über die entsprechende Thematik auszutauschen.

Man erinnert sich, nicht wahr? Art. 6, GG, Schutz der Familie. Ist der unter solchen Voraussetzungen noch möglich? So lange die wirtschaftlichen Interessen der Professionen im Vordergrund stehen und nicht der gesetzliche Auftrag des Schutzes der Familie, werden wir Männer noch lange auf Hilfe und Verständnis warten müssen.

Die Familie war schon immer die Oase der Ruhe, in der man sich zurückziehen konnte, auch wenn die ganze Welt unterging. Die Auswirkungen der vaterlosen Familie, hatte Prof. Franz besonders eindrucksvoll anhand eines Beispiels aus dem 2. Weltkrieg gebracht. Er sprach ferner von täglich mehr als 2000 abhanden kommende Männer im 2. WK. Keinem fiel auf: Die ca. 300000 Scheidungen und 300000 Scheidungsfolgensachen, die vor dem Familiengerichten jährlich verhandelt werden, bedeuten ca. 1600 streitige Familien pro Tag. Dass viele der dabei involvierten Väter aus dem Leben der Kinder ausgeschlossen werden, insbesondere die wirtschaftlich Schwachen, war ein übereinstimmender Befund der Vortragenden.

Daher habe ich zumindest auf diesem Kongress gelernt, dass wir uns ohne Wenn und Aber selbst helfen müssen, ob wir wollen oder nicht. Man muss sich klar sein, dass unsere Selbsthilfe einen Milliarden schweren Markt stören wird und einige Profiteure dieses Marktes versuchen werden, manchen von uns zu psychiatriseren oder uns mit dem rechten politischen Spektrum gleichzusetzen.

Ich habe durch die Professionen meine Söhne und damit den Sinn meines Lebens, so wie ich ihn in meiner Jugend plante, verloren! Dieser Kongress hat mich einmal mehr in meiner Überzeugung bestätigt, dass wir die “Professionen” aus den Familien heraushalten müssen.

Wenn wir also etwas ändern wollen, müssen wir also mehr zusammenhalten um nicht als “Klient” eines “Patrons” zu enden, der uns unseren Kindern entfremdet.

Hartmut hat in eine seiner Emails darauf hingewiesen, dass keine Folgeveranstaltung mehr stattfinden wird. Das hatte ich persönlich nicht mitbekommen, bestätigt mich aber nochmals: Wir müssen diese Diskussion weiter und nach außen tragen!

©Michael Baleanu

Zum Schluss möchte ich noch auf einen weiteren, lesenswerten Beitrag von Roslin aus dem WGvdL-Forum hinweisen, da dieser aus meiner Sicht sehr gut zu dem Bericht als Ergänzung passt. Die Quintessenz seines Beitrages ist die Tatsache, das immer mehr Männer auf Grund der rigorosen Rechtssprechung im Familienrecht der Wirtschaft ihre Leistung mangels Motivation entziehen [mehr]

Nachtrag
Auch Arne Hoffmann schreibt und verlinkt in seinem Blog “Hinter meinem Schreibtisch” über diverse Medien und deren Berichterstattung zum Männerkongress [hier]

Drohungen vor Männerkongress: Professor Amendt muss mit Leibwächtern auftreten

Arne Hoffmann hat Eckhard Kuhla, den Vorstandsvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft zur Verwirklichung der Geschlechterdemokratie AGENS e.V.  interviewt und dieses in ef-online plaziert [hier]

Links (zu Artikeln zum Männerkongress)
Geschlechter-Forschung: Frau muss man sein!
Es steht nicht gut um den deutschen Mann

Feminismus ist Vorwurfskultur an Männer

Sonntag, 21. Februar 2010

amendt2 Geschlechterforscher Gerhard Amendt im Interview auf BR-online Bayern2

“Feminismus ist Vorwurfskultur an die Männer”

Neue Männer, muss das sein? Macho oder Softie? Karriere oder Familie? Oder beides? Antworten auf diese Fragen suchen derzeit Wissenschaftler auf einem Kongress in Düsseldorf. Die radioWelt fragte vorab den Geschlechterforscher Gerhard Amendt. Der gab dem Feminismus eine Mitschuld daran, dass es um das männliche Geschlecht derzeit schlecht bestellt ist [hier]

Gerhard Amendt: Feminismus ist Vorwurfskultur an die Maenner.mp3

Ein hörenswertes Interview, eigentlich wie alles, was von Gerhard Amendt kommt. Interessant sind hier vor allen Dingen die Fragen an Passanten am Anfang des Interviews. Diese lautete: Wann ist ein Mann ein Mann und wie ist das mit den Gefühlen.

Hetzerei bei der EMMA gegen Väter

Samstag, 22. August 2009

Es ist mindestens 15 Jahre her, das ich ein einziges Mal eine EMMA in der Hand hatte und das war bei einer Frauenärztin. Das Thema Feminismus war mir bis dahin nicht bekannt und daher befand ich das Blatt irgendwie befremdlich. Wenn man sich aber mit diesem Thema beschäftigt, wird man hin und wieder mit der EMMA konfrontiert. So geschah das auch im WGvdL-Forum [hier]

Nun zu dem eigentlichen Beitrag, der z.T. gelogen ist und deren Journalistin mit sehr subtilen Mitteln arbeitet. Zunächst schreibt sie ihre Sicht der Dinge über den Film von Douglas Wolfsperger “Der entsorgte Vater”, worüber man vermutlich geteilter Meinung sein kann. Auf diese Textpassagen werde ich aber nicht eingehen, da ich wegen meines Urlaubs diesen Film nicht sehen konnte.
Ich fange damit an, das eine Väter-Seite genannt wird: www.radikale vaeter.de, die man weder bei Google, noch bei Yahoo findet und die wohl 2006 aus dem Netz genommen wurde. Der Aufbau der Artikels ist wirklich “interessant”. Erst wird der Film auseinander genommen, dann kommt der Übergang zu den radikalen Vätern, zu Täter der häuslichen Gewalt, sexueller Missbrauch und hernach das Unvermeintliche - Väter, die den Unterhalt nicht zahlen (können). Los geht es aber in dem Beitrag mit der unseligen Anita Heiliger, die zumindest die meisten, geschädigten Väter kennen.

“Männerprojekte wurden etabliert, die unter dem Deckmantel kritischer Auseinandersetzung die Männer als Opfer der weiblichen Emanzipation entdeckten und eine neue Phase von Frauenfeindlichkeit einläuteten und praktizierten”, schreibt Anita Heiliger, Sozialwissenschaftlerin am Deutschen Jugendinstitut, in ihrem Buch “Vater um jeden Preis?” und fährt fort: “Diese Projekte wurden Anlaufstellen vor allem für Männer, die den Machtverlust im Geschlechterverhältnis nicht akzeptieren und nicht verarbeiten konnten. In Gruppen konnten sie sich ihres Opferstatus versichern und Frauen als Täterinnen stilisieren, gegen die nun Kampf angesagt sei.”

Chantal Louis hat anscheinend vergessen oder aber nicht mit bekommen, das Frau Heiliger auch folgenden demagogischen Satz von sich gab:

Die Verquickung der sogenannten Männerbewegung mit der Vaterrechtsbewegung im Kampf um Sorge- und Umgangsrecht sowie mit der Täterlobby zum Schutz sexueller Missbraucher wurde sukzessive sichtbar

Das der fettgedruckte Satz an Frechheit kaum zu überbieten ist, brauche ich wohl nicht dazu zu schreiben ;-)

Die (vermeintliche?) Lüge ist folgende:

Jeder dritte Vater zahlt laut Bundesfamilienministerium keinen Unterhalt…

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend hat dazu eine Studie mit dem Namen “Wenn aus Liebe rote Zahlen werden” (Stand November 2003)¹ erstellen lassen, in der man folgende Aussage findet:

Ca. ein Viertel dieser Frauen erhält dabei keinerlei Kindesunterhalt (Seite 7)

Weshalb ich vor der Lüge ein ‘vermeintlich’ gesetzt habe, ergibt sich aus folgender Publikation des BMFSFJ “Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder in Deutschland” ²
In diesem steht nun:

Insgesamt 69 Prozent der befragten Unterhaltsberechtigten geben an, dass es keine Probleme mit der Unterhaltszahlung gibt
(Seite 1)

Nun, 69% ist zwar kein Drittel, aber darüber sehe ich im Moment mal hinweg. Worüber die ‘Gute’ aber nicht schreibt, ist folgender wichtiger Satz aus der gleichen Publikation:

Eindeutig ist der Zusammenhang zwischen Besuchshäufigkeit und Unterhalt; bei häufigen Besuchen sind 85 Prozent der Fälle problemlos, ohne Besuche jedoch nur 40 Prozent

Nun geht es weiter mit Gerhard Amendt.

Und dann ist da natürlich noch der unvermeidliche Gerhardt Amendt, Soziologie-Professor an der Universität Bremen, der seit Jahren kübelweise pseudowissenschaftlichen Feministinnenhass ausschüttet, und der kürzlich in der Welt gar die “Abschaffung der Frauenhäuser” forderte. Die seien ein “Ort des Männerhasses”. Begründung: Professor Amendt hatte in seiner eigenen Studie – für die er ausschließlich Männer befragt hatte – herausgefunden, dass Frauen “gewalttätiger als Männer” sind: 60 Prozent aller Gewalttaten in der Familie würden von Frauen begonnen.

Das es über 200 int. Studien gibt, die belegen, das die häusliche Gewalt in etwa gleich verteilt ist, wird natürlich verschwiegen³

Die Väter-Lobby, die PolitikerInnen mit Mailings bestürmt und sich mit sympathisierenden Anwälten und Gutachtern unterstützt, ist, wie die Filmemacherin Myriam Tonelotto in ihrer Arte-Dokumentation “In Nomine Patris” eindrucksvoll nachwies, national wie international vernetzt. Wie weit sie mit ihrem demagogischen Feldzug schon gekommen ist, zeigt die aktuelle Reform des deutschen Umgangsrechts.

Die genannte Dokumentation ist selbstverständlich nicht demagogisch und das Väter bei Gerichten neuerdings hofiert werden, murss mir irgendwie entgangen sein gruebel2

Müttern, die ihre Kinder dem Vater nicht übergeben wollen – sei es, weil sie sie vor Missbrauch schützen wollen oder weil das Kind mit der Situation noch überfordert und nach den Besuchen verstört ist – drohen mit der Umgangs-Reform noch härtere “Zwangsmaßnahmen” als sie schon jetzt gelten. Wie sie eingesetzt werden, erklärt Juristin Schwab an folgendem Beispiel aus ihrer Praxis:

Ein elfjähriger Junge möchte nach der Trennung seiner Eltern nicht zum Vater. Der Vater hat eine neue Freundin, womit der Junge nicht gut zurechtkommt. Ein Besuch endet mit Gewalttätigkeiten und einer Gehirnerschütterung des Kindes. Als das Umgangsrecht des Vaters vor Gericht verhandelt wird, holt der Richter den Jungen zum Gespräch, aus dem er kurz darauf tränenüberströmt herausrennt. “Der Richter hatte ihm gesagt: Wenn du nicht zu deinem Papa gehst, dann muss deine Mama ins Gefängnis”, erzählt die Anwältin. Sie fürchtet: “Das Recht des Kindes auf seinen Vater ist Dank der Väterlobby zu einem Recht des Vaters auf sein Kind geworden.”

Das glaube ich nun beim besten Willen nicht. Wenn allerdings, wie in diesem Artikel ständig passiert, Tatsachen verschwiegen werden, dann weiß man, was man von dieser journalistischen Glanzleistung halten kann.

schild-oh-herr-schmeiss-hirn-vom-himmel

Links
¹ Wenn aus Liebe rote Zahlen werden
² Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder in Deutschland - Kurzfassung
³ WikiMANNia - Häusliche Gewalt