Mit ‘Genitalverstümmelung’ getaggte Artikel

MANNdat-Rundbrief 2/2010 erschienen

Sonntag, 16. Mai 2010

Die zweite Ausgabe unseres Rundbriefs für 2010 enthält wieder eine Menge interessanter Informationen und unter anderem auch einen sarkastischen Rückblick auf Presseberichte zum Internationalen Frauentag.

Klicken Sie hier, um den Rundbrief zu öffnen.

Wer in den Verteiler für den nächsten Rundbrief aufgenommen werden möchte: eine kurze Mail an newsletter@manndat.de genügt.

Frauen und Mädchen vor Zwangsheirat besser schützen

Donnerstag, 01. April 2010

RUMAENIEN ZWANGSHEIRAThib-Meldung • 2010_04/2010_100/01

Bundesrat: Opfer von Zwangsheirat besser schützen

Recht/Gesetzentwurf - 01.04.2010
Berlin: (hib/BOB/HLE) Mit einem Gesetzentwurf des Bundesrates (17/1213) soll Zwangsheirat wirksamer bekämpft und im zivilrechtlichen Bereich die Rechtsstellung der Opfer von Zwangsehen gestärkt werden. Auch in Deutschland stellten Rechtsanwälte, Lehrkräfte, Beratungsstellen und Frauenhäuser vermehrt Zwangsheiraten bei Einwanderern fest. Eine Zwangsheirat liege dann vor, wenn mindestens einer der zukünftigen Ehepartner durch eine Drucksituation zur Ehe gezwungen werde, heißt es in der Initiative. Davon seien in der überwiegenden Zahl Mädchen und junge Frauen betroffen.

[..]Begründet wird dies damit, dass der genötigte Ehegatte gerade in der ersten Zeit nach dem Eintreten der zumeist als traumatisch empfundenen Zwangslage oft emotional nicht in der Lage sei, die Aufhebung der Ehe zu betreiben. Auch im Unterhalts- und Erbrecht plant die Länderkammer Änderungen zugunsten der von Zwangsheirat Betroffenen.

Der Bundesrat weist darauf hin, dass die unter Zwang verheirateten Mädchen und jungen Frauen vor allem aus türkischem oder kurdischem Umfeld stammten. Betroffen seien aber auch Albanerinnen, Pakistanerinnen, Inderinnen oder Marokkanerinnen. Dabei sei das Phänomen der Zwangsheirat aber nicht auf den islamischen Kulturkreis beschränkt. Es seien auch Fälle aus Süditalien oder Griechenland bekannt geworden. Von Zwangsheiraten in Deutschland seien vor allem minderjährige Mädchen betroffen. Die Zwangsverheiratung sei oft der Versuch, die eigenen Töchter zu disziplinieren, die in westlichen Gesellschaften aufwachsen und sich nicht mehr in alte Traditionen fügen wollten. Es gehe hier um die Beibehaltung der traditionellen Machtverhältnisse in der Familie. Über das Ausmaß von Zwangsheirat habe man allerdings deutschlandweit kaum gesicherte Daten [mehr]

Man hat kaum gesicherte Daten, aber trotzdem müssen Gesetze geändert werden. Woran erinnert mich das nur? Wer sich für diese Thematik interessiert, der sollte sich den Gesetzesentwurf durchlesen. Interessant fand ich u.a. die Feststellung, das eine Zwangsheirat weder aus religiösen, noch aus patriarchalisch-traditionellen Gründen akzeptabel sei, da dieses eine Menschenrechtsverletzung darstelle (Seite 11). Da kann man doch nur noch mit dem Kopf schütteln und sich fragen: merken die noch etwas? Bei Genitalverstümmelungen interessiert es keinen, das Jungen aus den erwähnten Gründen ihrer Menschenrechte beraubt werden, aber bei Zwangsverheiratung wird genau diese Begründung heran gezogen? Zwar wird auch erwähnt, das Jungen ebenfalls davon betroffen sein können (Seite 9), die Folgen wären allerdings nicht so drastisch wie für Mädchen. Man sollte Politikern beide Gesetzesentwürfe um die Ohren hauen, bis sie endlich aufwachen, aber darauf hoffe ich wohl vergebens - aufs aufwachen meine ich natürlich ;-)

Scheidung bedeutet Zwangsehe für den Mann

Rechtlich wird eine Ehe nie geschieden. Tatsächlich ist es nur eine Trennung von Tisch und Bett. Rechtlich bleiben die “Ex”-Ehepartner lebenslang verknüpft. Nach einer Scheidung erhält man deshalb auch nicht den Familienstand “ledig”, sondern “geschieden”. Eine Scheidung ist die Transformation einer freiwilligen Ehe in eine Zwangsehe.

WikiMANNia: ScheidungZwangsehe

Weibliche Genitalverstümmelung ahnden

Donnerstag, 01. April 2010

maennliche-beschneidung-in-der-antike1hib-Meldung • 2010_04/2010_100/02

Recht/Gesetzentwurf - 01.04.2010
Berlin: (hib/BOB/HLE) Die Verstümmelung der äußeren Genitalien einer Frau durch Beschneidung oder in anderer Weise soll mit Gefängnis nicht unter zwei Jahren bestraft werden. In minder schweren Fällen soll das Gericht Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren verhängen. Der Bundesrat hat einen entsprechenden Gesetzentwurf (17/1217) beim Parlament eingebracht. Es sei geplant, die Tat als schwerwiegenden Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Opfers einzustufen, heißt es in der Vorlage. Damit würde ”ein eindeutiges Signal gesetzt, dass der Staat solche Menschenrechtsverletzungen keinesfalls toleriert, sondern energisch bekämpft“, heißt in der Initiative der Länderkammer weiter. Auslandstaten würden in die Strafbarkeit einbezogen, wenn das Opfer zur Zeit der Tat seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland habe. In der Begründung heißt es, von der Verstümmelung weiblicher Genitalien seien überwiegend Frauen in Afrika betroffen, aber auch Frauen in Asien und Lateinamerika. In Deutschland seien nach Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen zirka 20.000 Frauen von Genitalverstümmelung betroffen.

Die Strafverfolgung komme vielfach erst durch eine Strafanzeige des Opfers in Gang. Da regelmäßig Mitglieder der Familie des Opfers für die Tat mit verantwortlich seien, könnten sich die minderjährigen Opfer in vielen Fällen erst im Erwachsenenalter zu einer Strafanzeige entschließen, wenn sie sich aus der Familie gelöst hätten. Um das Strafrecht voll zur Geltung kommen zu lassen, sei es nötig, dafür Sorge zu tragen, dass die Taten dann noch nicht verjährt seien. Aus diesem Grund sei das Ruhen der Verjährung notwendig, bis das Opfer das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Die Bundesregierung teilt die Einschätzung, dass es sich bei der Verstümmelung weiblicher Genitalien um eine schwerwiegende Grund- und Menschenrechtsverletzung handelt. Die Beratungen innerhalb der Regierung seien aber noch nicht abgeschlossen. ”Vor diesem Hintergrund sieht die Bundesregierung von einer detaillierten Bewertung an dieser Stelle ab und wird die weiteren parlamentarischen Erörterungen konstruktiv begleiten“, heißt es abschließend [hier]

Männliche Genitalverstümmelung ist also nach Aussagen - nicht nur unseres Bundesrates - keine Menschenrechtsverletzung. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber lachen. Ich kann es leider schon lange nicht mehr. Wie selbstverständlich von Menschenrechte gesprochen wird, Jungen und Männer aber ausgeklammert werden, spottet jeder Beschreibung. Da ich zu diesem Thema in diesem Blog schon sehr viel geschrieben habe - Stichwort: Genitalverstümmelung -, erspare ich mir heute eine längere Abhandlung .

WikiMANNia: GenitalverstümmelungGenitalverstümmelung (Tabelle)Video

MANNdat Brief: Gesetz gegen Beschneidung

Mittwoch, 24. Februar 2010

Rasierklingen für Genitalverstümmelung

Nachtrag
Dem Deutschen Bundestag liegt zurzeit ein Gesetzentwurf vor, der jegliche Art der Beschneidung von Mädchen ächtet, die Beschneidung von Jungen jedoch nicht.
Angesichts der oft schwerwiegenden, zum Teil tödlichen Konsequenzen, die Genitalverstümmelung auch bei Jungen und jungen Männern hat, ruft MANNdat dazu auf, unseren Offenen Brief an den Deutschen Bundestag zu schicken und gegen diesen Gesetzentwurf zu protestieren [MANNdat]

Offener Brief von MANNdat an den Deutschen Bundestag in Berlin vom 23.02.2010

Gesetzentwurf des Bundesrates
Drucksache 867/09 (Beschluss) 12.02.10
Gesetz gegen Beschneidung

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit o.g. Drucksache wird dem Bundestag ein Gesetzentwurf vorgelegt, der jegliche Art der Beschneidung von Mädchen auch außerhalb von Deutschland ächtet, Beschneidung von Jungen jedoch nicht, unabhängig davon, wie und mit welchen Konsequenzen sie durchgeführt wird.

Die Initiatoren und Initiatorinnen dieses Gesetzes ignorieren, dass eine Beschneidung an Jungen gleichermaßen einen irreparablen Eingriff an einem Kind darstellt, gegen den es sich nicht wehren kann. Es geht dabei um nichts weniger als um eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit und der Selbstbestimmung - und somit um Gewalt gegen Jungen.

Selbst bei einem operativen Eingriff mit strenger medizinischer Indikation können schwerste Komplikationen auftreten. Allein die Anzahl der Narkoseunfälle bei Beschneidungen von Babys in den USA wird auf mehrere hundert pro Jahr geschätzt. Weltweit werden aber Beschneidungen von Jungen mit primitivsten Werkzeugen und ohne Narkose vorgenommen, was nicht selten zu bleibenden Schäden, Zeugungsunfähigkeit oder gar zum Tode führt. In Südafrika sterben beispielsweise jährlich etwa 100 Jungen infolge solcher Beschneidungen.

Durch die Ausgrenzung von Jungen aus der Schutzwürdigkeit wird Gewalt gegen Jungen toleriert, wird die Unteilbarkeit der Menschenrechte ignoriert und die Verpflichtung zu einer geschlechtsneutralen Gesetzgebung missachtet.

Wir appellieren an Sie, den Gesetzesentwurf dahingehend zu ändern, dass auch die Beschneidung von Jungen weltweit zu ächten ist. Eine Beschneidung darf, außer bei akuten medizinischen Indikationen, überhaupt nur an volljährigen Personen mit deren ausdrücklichem Einverständnis vorgenommen werden [hier]

© MANNdat e.V.

Politiker ignorieren weiterhin männliche Genitalverstümmelung

Mittwoch, 17. Februar 2010

Was bei Mädchen gegen Menschenrechte verstößt, soll bei Jungen erlaubt sein. Sind Jungen Menschen 2. Klasse?

maennliche-beschneidung-in-der-antike1

Der Bundesrat will die Beschneidung weiblicher Genitalien mit einem eigenen Straftatbestand sanktionieren. Auch Auslandstaten sollen strafbar sein, wenn das Opfer zur Zeit der Tat in Deutschland wohnt. Die Strafverfolgungsver-
jährung soll künftig bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs des Opfers ruhen.

Der Bundesrat möchte jeden Zweifel über die strafrechtliche Einordnung der Tat als schwerwiegenden Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Opfers beseitigen und ein eindeutiges Signal setzen, dass der Staat solche Menschenrechtsverletzungen keinesfalls toleriert, sondern energisch bekämpft.

[..]Die Länder betonen, dass die Verstümmelung weiblicher Genitalien eine schwerwiegende Grundrechtsverletzung an Mädchen oder Frauen darstellt.

Der Staat sei verpflichtet, die gefährdeten Mädchen und Frauen vor diesem schwerwiegenden Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu schützen.

[..]Der Gesetzentwurf wird zunächst der Bundesregierung zugeleitet, die ihn innerhalb der nächsten sechs Wochen dem Bundestag vorlegen muss, wobei sie ihre Auffassung darlegen soll [mehr]

Als ich am 13. Mai 2009 einen Artikel mit dem Titel “Nur weibliche Genitalverstümmelung soll bestraft werden” schrieb, meinten einige, die Gesetzeslage würde das nicht hergeben. Vielleicht hat das damals gestimmt. Auf jeden Fall ist es Politikern sämtlicher Parteien anscheinend nicht weit genug gegangen und so wurde ein neuer Gesetzesentwurf verfasst. Wie verlogen die Moral der Politiker ist, sieht man an den oben gemachten Aussagen. Demnach haben Jungen kein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Eine Verstümmelung der männlichen Genitalien ist nach deren Aussage also keine Menschen- bzw. Grundrechtsverletzung. Man kann Politiker aus diesem Grund nur noch als feiges Pack hinstellen, denn sie geben Moslems und Juden recht, die ihre Jungen heute noch unter teils barbarischen Umständen beschneiden lassen.

Zeiten, in denen Menschen aussortiert wurden, sollten bei uns eigentlich vorbei sein, besonders wenn es vorrangig um finanzielle Interessen geht (Kosmetikindustrie).

Links
Gesetzentwurf des Bundesrates: BR-Drs. 867/09(B) PDF - 15 Seiten
FemokratieBlog: Penis Beschneidung kostet Leben
FemokratieBlog: Nur weibliche Genitalverstümmelung soll bestraft werden
WikiMANNia: GenitalverstümmelungGenitalverstümmelung (Tabelle)Video
Kosmetik-Industrie
WGvdL-Forum zum Thema

Internationaler Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Samstag, 06. Februar 2010

Rasierklingen für Genitalverstümmelung Niebel: Verstärktes Engagement auch in Deutschland

Zum Internationalen Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung fordert Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: “Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Im Kampf gegen diese Grausamkeit ist auch in Deutschland mehr Einsatz gefordert. Für Genitalverstümmelungen darf es in unserer Gesellschaft keinen Raum geben.”

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit etwa 140 Millionen Frauen unter den Folgen von Genitalverstümmelung. Jedes Jahr werden schätzungsweise drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Der Eingriff verursacht schwerwiegende psychologische und körperliche Verletzungen, mit denen Frauen ihr Leben lang zu kämpfen haben. Weibliche Genitalverstümmelung wird in 28 afrikanischen Ländern sowie einigen Ländern des Mittleren Ostens und Asiens praktiziert. Durch Immigration aus diesen Ländern ist auch Deutschland von der Praktik betroffen.

Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt daher den jüngsten Gesetzentwurf von Baden-Württemberg und Hessen zur Änderung der Strafbarkeit weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland. Er sieht vor, dass Genitalverstümmelung als eigener Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Zudem soll das deutsche Strafrecht auch dann gelten, wenn die Tat im Ausland begangen wurde und das Opfer seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland hat [mehr]

Keine Frage, weibliche Genitalverstümmelung ist grausam - nur - die männliche ist es auch. Da ich in diesem Jahr bereits einen Bericht mit dem Titel “Penis Beschneidung kostet Leben” zu männlichen Beschneidungsritualen mit tödlichem Ausgang gebracht habe, verweise ich darauf [hier]

Gleichzeitig möchte ich nochmals betonen, das es Frauen sind, die Beschneidungen bei Mädchen durchführen. Dieses wurde sogar in einem Spiegel-Artikel vor fast einen Jahr dokumentiert.

Rache der Beschneiderinnen

Bedroht und nackt durchs Dorf getrieben: Verfechter der Genitalverstümmelung haben in Sierra Leone eine Journalistin malträtiert.

[..]Mit drei Kolleginnen wurde die Radio-Reporterin vor einer Woche verschleppt und gezwungen, sich auszuziehen. Ihre gesamte Ausrüstung wurde zerstört. Danach musste Balama-Samba nackt durch die Straßen Kenemas laufen, eine Stadt im Osten Sierra Leones, rund 200 Kilometer von Freetown entfernt. “Ich hatte riesige Angst und flehte die Entführerinnen an, mich gehen zu lassen”, erzählt Balama-Samba [Spiegel]

Gegen die Macht der Frauen, die sich lediglich gegen weibliche Genitalverstümmelung wendet, ist nichts entgegen zu setzen. Schaut man sich bei Google um, muss man nach Berichten über männliche Beschneidung lange suchen.

Genitalverstümmelungen - mehr Aufklärung

Donnerstag, 04. Februar 2010

maennliche-beschneidung-in-der-antike1 hib-Meldung • 2009_12/2009_308/04

Fraktionen fordern mehr Aufklärung im Kampf gegen Genitalverstümmelungen

Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung • 16.12.2009

Berlin: (hib/JOH/LEU) Die Mitglieder des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben in ihrer Sitzung am Mittwochmorgen Genitalverstümmelungen an Mädchen und Frauen scharf verurteilt. Die schwere Menschenrechtsverletzung, die vor allem in vielen afrikanischen Ländern praktiziert werde, müsse durch gezielte Aktivitäten und mehr Aufklärung intensiv bekämpft werden, forderten die Fraktionen. Allerdings sei es schwer, Genitalverstümmelungen wegen ihrer traditionellen Verankerung in einigen Gesellschaften zu stoppen, betonten insbesondere Linksfraktion und Bündnis90/Die Grünen. Ein wesentlicher Ansatz müsse es daher sein, aufzuklären und die Traditionen in den jeweiligen Ländern zu verändern. Die Grünen schlugen vor, besonders Frauen zu unterstützen, die bereit sind, in die Dörfer zu gehen und auf die Beschneiderinnen einzuwirken. Auch in Deutschland müssten afrikanische Familien darin bestärkt werden, keinesfalls Genitalverstümmelungen an ihren Töchtern vorzunehmen.

Die SPD-Fraktion hob hervor, dass die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode bereits Gesetzesänderungen vorgenommen habe. Seither würden Straftatbestände im Zusammenhang mit einer Genitalverstümmelung in Deutschland nicht mehr verjähren. Jedoch bedauerten die Sozialdemokraten, dass seither keine neuen Rechtsverstöße mehr gemeldet worden seien. Dies sei eine Tatsache, ”die uns bekümmern muss“. Mädchen und Frauen müssten in Zukunft stärker ermutigt werden, ihren Rechtsanspruch auch tatsächlich wahrzunehmen und sich gegen Genitalverstümmelungen zu wehren, forderte die Fraktion [mehr]

Ich begreife beim besten Willen nicht, wie - nicht nur - Politiker so ignorant sein können. Weshalb ziehen sie männliche Genitalverstümmelung noch nicht einmal in Erwägung und schweigen lieber darüber? :-(

WikiMANNia: GenitalverstümmelungGenitalverstümmelung (Tabelle)Video

Penis Beschneidung kostet Leben

Sonntag, 17. Januar 2010
©by Dieter Schütz/Pixelio.de

©by Dieter Schütz/Pixelio.de

Junge Südafrikaner bezahlen den Eintritt ins Erwachsenenalter oft mit dem Leben. Sie sterben bei einer stümperhaften Beschneidung, die ihnen richtiges Männersein verheißt.

Wer Glück hat, überlebt das archaische Beschneidungsritual mit verstümmeltem Penis und beschämenden Narben. Wer Pech hat, stirbt daran. Für den Übertritt ins Erwachsenenleben bezahlen junge Männer im ländlichen Südafrika einen hohen Preis. Beim Volk der Xhosa in der Eastern Cape-Provinz markiert das Ritual einen buchstäblich wichtigen Einschnitt im Leben der jungen Männer. Jedes Jahr aber sterben Teenager an Komplikationen, da die Initiationsriten oft von traditionellen und schlecht ausgebildeten Medizinmännern vorgenommen werden [mehr]

Ein aus meiner Sicht lesenswerter Artikel. Vor allen Dingen thematisiere ich diesen Beitrag deshalb, weil deutsche Politiker bei Genitalverstümmelung nur an Mädchen und Frauen denken. Allerdings fällt auch dem übrigen Volk bei Beschneidung nur das barbarische Ritual an Mädchen ein. Bei Jungen denkt man automatisch an die unter klinischen Bedingungen geführten Phimose Operationen. Warum gerade die WHO keinen direkten Vergleich vornimmt und nur die Beschneidung von Mädchen anprangert, bleibt mir ein Rätsel. Auch n-tv strotzt nur so vor Beiträgen zur Genitalverstümmelung von Mädchen.

n-tv: Stichwort Beschneidung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet vier Formen der Beschneidung: Bei Typ 1 wird die Klitoris entfernt, bei Typ 2 zusätzlich auch die kleinen Schamlippen. Bei Typ 3, der Pharaonischen Beschneidung, werden die Klitoris, die kleinen und die inneren Seiten der großen Schamlippen entfernt und die Seiten der Vulva zusammengenäht. Typ 4 fasst alle Eingriffe zusammen, die die weiblichen Genitalien verletzen [hier]

Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung von Politikern exzessiv angeprangert wird, sieht es bei der Strafverfolgung ähnlich aus wie beim Gewaltschutzgesetz. Männliche Täter werden verfolgt und bestraft, für weibliche Täter bringt man Verständnis auf. Nachfolgend ein entsprechender Artikel.

Genitalverstümmelung in Hamburg

Hamburger Gerichtsbeschluss rettet zwei Mädchen in Hamburg vor Genitalverstümmelung Aber: Vier Schwestern verstümmelt. Deutsche MitwisserInnen verhinderten die Strafverfolgung. Dennoch brauchen wir keine Änderung des Strafrechts! [mehr]

Eine ausführlich Beschreibung zur Genitalverstümmelung bei Jungen mit sehr vielen Verweisen zu nationalen sowie internationalen Organisationen findet man bei WikiMANNia [hier]

Kampf gegen Genitalverstümmelung

Freitag, 11. September 2009

15580461Zur Premiere des Filmes “Wüstenblume” gingen Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und die Uno-Sonderbotschafterin für Menschenrechte, Waris Dirie gemeinsam vor die Presse.

[..]Ganz in diesem Sinne haben Wieczorek-Zeul und Dirie weitere Schritte der Zusammenarbeit im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung beschlossen. “Die Probleme liegen häufig unterhalb der gesetzlichen Ebene”, so die Entwicklungsministerin. Trotz gesetzlicher Verbote halte sich die Praxis der Beschneidung von Frauen in den Dörfern selbst hartnäckig. Man müsse Initiativen ergreifen, um die Betroffenen selbst zu erreichen. Beispielsweise wollen die beiden Frauen nun nach Möglichkeiten suchen, den Film “Wüstenblume” auch in afrikanischen Ländern zu zeigen [mehr]

Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul trifft Waris Dirie

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat am 9. September 2009 in Berlin Waris Dirie getroffen, deren Lebensgeschichte jetzt auch in dem neuen Film “Wüstenblume” verfilmt wurde.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Engagement der beiden Frauen gegen die weibliche Genitalverstümmelung sowie der Austausch über Möglichkeiten der zukünftigen Kooperation zwischen dem Bundesentwicklungsministerium und der Waris Dirie Foundation. Die Ministerin betonte dabei die Bedeutung der Bildungschancen junger Frauen und Mädchen im Kampf gegen die Genitalverstümmelung [mehr]

Waris Dirie - diese Frau hat über Männer folgendes geschrieben:

“Vielleicht sollten die Frauen den Männern die Eier abschneiden, damit auf der Erde wieder ein Paradies entstehen kann. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen.”
(Quelle: UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie: “Wüstenblume”, Seite 346 - Droemer Knaur (2001))

Um mit einem Wort von Frau Diries zu sprechen: Vielleicht sollten Männer sich weigern, mit ihrem schwer erarbeiteten Geld diesen Film zu unterstützen.

Erstaunt war ich allerdings darüber, dass das Entwicklungsministerium folgenden Absatz in ihrer Pressemitteilung einbrachte:

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen der Beschneidung der äußeren weiblichen Genitalien. Der Eingriff wird häufig von traditionellen Hebammen vorgenommen.

Ich frage mich, was bedeutet häufig in diesem Zusammenhang? Der letzte Satz suggeriert m.E., dass Frauen Genitalverstümmelung nicht alleine ausüben. Mir ist nicht bekannt, dass es auch männliche Genitalverstümmler bei Frauenbeschneidung gibt. Sollte das doch der Fall sein, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

In diesem Zusammenhang möchte ich dann noch auf Arne Hoffmanns Beitrag “Südafrika: Beschnittener Junge gezwungen, seine eigene Vorhaut zu essen” hinweisen [hier]

In einem von Arne verlinkten Bericht heißt es, das sich Menschen der Gesundheitskommision männliche Opfer verpfuschter Beschneidungen anschauen wollten, es ihnen nach Begutachtung von 2 jungen Männer nicht mehr möglich war, sich weitere Opfer anzusehen. 53 tote Jungen (Stand: 15.08.2009) sind es anscheinend nicht wert, in einer Kampagne über Genitalverstümmelung erwähnt zu werden. Ach, ich vergaß… nur weibliche Genitalverstümmelung ist es wert, publiziert zu werden traurig-mit-einer-traene

Link
MANNdat Schreiben zum Gesetzentwurf Genitalverstümmelung
Genitalverstümmelung
Auflistung verschiedener Formen männlicher Genitalverstümmelungen

Genitalverstümmelung in Mali

Dienstag, 16. Juni 2009

heidemarie_wieczorek_zeul[..]Ein besonderes Augenmerk der deutsch-malischen Entwicklungszusammenarbeit gilt der Stärkung der noch jungen Gebietskörperschaften. Im Schwerpunkt Landwirtschaft fördert Deutschland die malische Bewässerungslandwirtschaft. Darüber hinaus soll ein Programm zur Wasserver- und Abwasserentsorgung den Menschen einen Zugang zu sicherem Trinkwasser ermöglichen. Die Bundesregierung führt mit der malischen Regierung einen kritischen Dialog über die Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung, die in Mali noch immer mehr als 80 Prozent der Frauen und Mädchen betrifft [mehr]

Es ist mittlerweile bekannt, das in Ländern, in denen Genitalverstümmelungen an Frauen und Mädchen vorgenommen werden, diese auch bei Männern und Jungen stattfinden, aber das interessiert bekanntlich unsere rote Heidi nicht. Man sollte glatt mal im Entwicklungsministerium nachfragen, wieviele Männer und Jungen ebenfalls von der Genitalverstümmelung betroffen sind.

Link
WikiMANNia: Genitalverstümmelung mit vielen, weiterführenden Links