Archiv für die Kategorie ‘Entwicklungsministerium’

Sexueller Missbrauch von Kindersoldaten

Dienstag, 16. Februar 2010

boys-soldierDer Missbrauch von Kindern zum Einsatz im Krieg, ob als Kämpfer, Arbeitskräfte oder psychologische Kriegswaffe, ist die verabscheuungswürdigste Form des Menschenhandels. Schätzungsweise 250.000 Minderjährige werden weltweit von Armeen und bewaffneten Gruppen als Kämpfer oder Arbeitskräfte missbraucht. Viele von ihnen werden zu Gräueltaten gezwungen, andere schließen sich bewaffneten Gruppen oder Armeen an, weil sie glauben, keine andere Perspektive zu haben. Kindersoldaten werden ihrer normalen Entwicklung beraubt und durch ihre Erfahrungen stark traumatisiert. Unter den seelischen und körperlichen Folgen leiden sie oft ein Leben lang. Die Situation von Mädchen ist dabei besonders grausam, denn sie werden in den Armeen und Rebellengruppen häufig Opfer sexueller Gewalt [mehr]

Leider habe ich diese Information erst heute gelesen. Normalerweise hätte ich eine Meldung zu diesem Gedenktag nicht mehr eingestellt, da dieser bereits am 12. Februar statt gefunden hat. Als ich aber las, das Mädchen mal wieder besondern grausam betroffen sind, habe ich mich für eine Veröffentlichung entschieden.
Jungen werden also laut der parlamentarischen Staatssekretärin Gudrun Kopp keine Opfer sexueller Gewalt. Dabei sind z.B. in Gefängnissen die Vergewaltigungszahlen bei Männern besonders hoch, aber das schert sowieso niemanden. Wieso glaubt aber Frau Kopp, das Jungen nicht vergewaltigt werden, denn etwas anderes kann ich ihrer Aussage nicht entnehmen. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, das sie weiß, das Jungen ebenfalls vergewaltigt werden. Dann ist sie aber anscheinend der Meinung, das eine Vergewaltigung für Jungen nicht so grausam ist. Egal, wie man es dreht und wendet, ich nenne das einfach nur menschenverachtend
:-(

Nachtrag

Einsatz von Kindersoldaten ächten

[..]“Ich krieg dich” - Ausstellung im Auswärtigen Amt

Gleichzeitig zum “Red Hand Day” zeigt das Auswärtige Amt in seinem öffentlich zugänglichen Lichthof die Ausstellung “Ich krieg dich - children affected by war”. Die Schau wurde von World Vision Deutschland e.V. konzipiert und organisiert. World Vision ist Mitglied im Deutschen Bündnis Kindersoldaten. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. März 2010 im Auswärtigen Amt zu sehen [mehr]

Vielleicht gibt es unter den Berliner Lesern jemanden, der sich diese Ausstellung anschaut. Einen Bericht darüber würde ich dann gerne veröffentlichen, selbstverständlich unter dem Namen des Autors bzw. einem Nick.

Internationaler Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Samstag, 06. Februar 2010

Rasierklingen für Genitalverstümmelung Niebel: Verstärktes Engagement auch in Deutschland

Zum Internationalen Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung fordert Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: “Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Im Kampf gegen diese Grausamkeit ist auch in Deutschland mehr Einsatz gefordert. Für Genitalverstümmelungen darf es in unserer Gesellschaft keinen Raum geben.”

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit etwa 140 Millionen Frauen unter den Folgen von Genitalverstümmelung. Jedes Jahr werden schätzungsweise drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Der Eingriff verursacht schwerwiegende psychologische und körperliche Verletzungen, mit denen Frauen ihr Leben lang zu kämpfen haben. Weibliche Genitalverstümmelung wird in 28 afrikanischen Ländern sowie einigen Ländern des Mittleren Ostens und Asiens praktiziert. Durch Immigration aus diesen Ländern ist auch Deutschland von der Praktik betroffen.

Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt daher den jüngsten Gesetzentwurf von Baden-Württemberg und Hessen zur Änderung der Strafbarkeit weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland. Er sieht vor, dass Genitalverstümmelung als eigener Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Zudem soll das deutsche Strafrecht auch dann gelten, wenn die Tat im Ausland begangen wurde und das Opfer seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland hat [mehr]

Keine Frage, weibliche Genitalverstümmelung ist grausam - nur - die männliche ist es auch. Da ich in diesem Jahr bereits einen Bericht mit dem Titel “Penis Beschneidung kostet Leben” zu männlichen Beschneidungsritualen mit tödlichem Ausgang gebracht habe, verweise ich darauf [hier]

Gleichzeitig möchte ich nochmals betonen, das es Frauen sind, die Beschneidungen bei Mädchen durchführen. Dieses wurde sogar in einem Spiegel-Artikel vor fast einen Jahr dokumentiert.

Rache der Beschneiderinnen

Bedroht und nackt durchs Dorf getrieben: Verfechter der Genitalverstümmelung haben in Sierra Leone eine Journalistin malträtiert.

[..]Mit drei Kolleginnen wurde die Radio-Reporterin vor einer Woche verschleppt und gezwungen, sich auszuziehen. Ihre gesamte Ausrüstung wurde zerstört. Danach musste Balama-Samba nackt durch die Straßen Kenemas laufen, eine Stadt im Osten Sierra Leones, rund 200 Kilometer von Freetown entfernt. “Ich hatte riesige Angst und flehte die Entführerinnen an, mich gehen zu lassen”, erzählt Balama-Samba [Spiegel]

Gegen die Macht der Frauen, die sich lediglich gegen weibliche Genitalverstümmelung wendet, ist nichts entgegen zu setzen. Schaut man sich bei Google um, muss man nach Berichten über männliche Beschneidung lange suchen.

92 Prozent Frauen erhielten Mikrokredite

Dienstag, 02. Februar 2010
Frauen in Namibia

©by Dieter Schütz/Pixelio.de

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel bricht am 2. Februar 2010 zu seiner 2. Afrika-Reise auf. Drei Tage lang besucht er Namibia, mit dem Deutschland aus historischen Gründen durch eine besonders enge Partnerschaft verbunden ist. In der Hauptstadt Windhuk hat er die Möglichkeit, den politischen Dialog auf höchster Ebene zu führen und ebenfalls Oppositionspolitiker zu treffen.

[..]Denn auch 20 Jahre nach der Unabhängigkeit von Südafrika ist Namibia weiterhin eine in Arm und Reich gespaltene Gesellschaft; die Arbeitslosigkeit ist mit 38 Prozent extrem hoch. Der Bundesminister wird einzelne Vorhaben der namibisch-deutschen Zusammenarbeit besuchen, darunter ein Mikrofinanzprojekt, das allein im Jahr 2008 Mikrokredite für 6.000 Kunden, davon 92 Prozent Frauen, bereitgestellt hat. Von den damit ermöglichten wirtschaftlichen Aktivitäten profitierten direkt und indirekt mehr als 40.000 Menschen [mehr]

Nach einem Beitrag von Wolfgang A. Gogolin im WGvdL-Forum, der verschiedene Hilfsorganisationen wegen des Erdbebens in Haiti angeschrieben und nach der Verteilung der Ressourcen gefragt hatte, verstehe ich natürlich wesentlich besser, warum Frauen 92% der Mikrokredite erhalten haben.

Die Diakonie hatte Wolfgang folgendes sinngemäß mitgeteilt: …weil Frauen einfach gerechter seien. Das sehe man auch ganz deutlich in Afrika, wo Männer wegen eines besseren Jobs in die Städte gingen und doch nur scheiterten. Wenn man Frauen Geld gebe, kauften die davon besseres Essen, gebe man Männern Geld, kauften die oft bloss ein Radio [hier]

Frauen durch Korruption stärker betroffen

Dienstag, 08. Dezember 2009
©by Kunstzirkus/Pixelio.de

©by Kunstzirkus/Pixelio.de

Anlässlich des am 9. Dezember 2009 stattfindenden Internationalen Anti-Korruptionstages erklärt Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel:

“Korruption ist ein Entwicklungshemmnis ersten Ranges. Sie schwächt die Leistungsfähigkeit öffentlicher Institutionen. Sie schreckt Investoren ab, indem sie Rechtsunsicherheit, verzerrte Wettbewerbsbedingungen und erhöhte Kosten schafft und sie führt zur Untergrabung von rechtsstaatlichen und demokratischen Strukturen. Die Auswirkungen spüren vor allem Arme, Frauen und Kinder. Für sie ist der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und Ressourcen ungleich schwerer und teurer. Das dürfen wir nicht akzeptieren.”

Die Kosten und Konsequenzen der weltweiten Korruption sind verheerend. Nach Schätzungen des Weltbankinstituts gehen weltweit jährlich 1 Billion US-Dollar allein an Bestechungsgeldern verloren. Korruption findet sich in allen gesellschaftlichen Bereichen (zum Beispiel in Verwaltungen, der Justiz, Politik, aber auch innerhalb des Privatsektors). Sie gedeiht, wo Rechenschaftspflicht, Transparenz und bürgerliche Mitbestimmung nicht gewahrt werden und ist sowohl Ursache als auch Ergebnis schlechter Regierungsführung. Besonders besorgniserregend ist die Ausbreitung von Korruption in Entwicklungs- und Schwellenländern. Schätzungen zufolge erhalten öffentliche Amtsträger allein in Entwicklungs- und Schwellenländern jährlich 20 bis 40 Milliarden US-Dollar an Bestechungsgeldern [mehr]

Männer leiden in Kenia natürlich nicht, für sie ist alles eitel Sonnenschein. Interessant ist natürlich der Verweis auf Korruption in den Entwicklungsländern. Bei uns gibt es diese natürlich nicht - wir haben dafür jede Menge Lobbyistenverbände. Die Auswirkungen sind allseits bekannt ;-)

Int. Symposium zu Kindesentziehungen

Dienstag, 01. Dezember 2009
©by Maren Beßler/Pixelio.de

©by Maren Beßler/Pixelio.de

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, eröffnet am Freitag, den 04.12., ein vom Auswärtigen Amt erstmals veranstaltetes internationales Symposium zu Kindesentziehungen.

Rund 100 nationale und internationale Experten werden das Thema „Kindesentziehung“ einen Tag lang in verschiedenen Foren unter unterschiedlichen thematischen Ansätzen erörtern und dabei juristische und politische Fragen beleuchten [mehr]

Das Haager Übereinkommen zu Kindesentführungen (HKÜ), dem neben Deutschland achtzig weitere Staaten beigetreten sind, strebt eine zügige Rückführung entzogener Kinder an, ohne dies immer garantieren zu können.

Für Staaten außerhalb der Konvention fehlen bereits die grundlegenden Mechanismen. Hauptleidtragende sind in jedem Fall die betroffenen Kinder.

Das Auswärtige Amt organisiert das Symposium in enger Abstimmung mit dem BMJ, dem Bundesamt für Justiz (für HKÜ-Fälle zuständig) und dem BMFSFJ. Erstmals sollen nationale Fachleute und Experten aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien und der islamischen Wellt Herausforderungen und Lösungswege erörtern, um ratsuchende Eltern und ihre Kinder besser zu unterstützen [hier]

Ich frage mich, was bei einem Symposium heraus kommen soll, wo es noch nicht einmal in Deutschland mit dem sanktionieren von Kindesentziehungen klappt. Vermutlich will man gerade den Vertretern der arabischen Welt klar machen, das Kinder zu ihren Müttern gehören. Bei dieser Veranstaltung wäre ich gerne dabei, um in Erfahrung zu bringen, was besagte Vertreter gegen westliche Argumente bei zusteuern haben ;-)

In diesem Zusammenhang weise ich auf den Fall Görgülü hin, bei dem ein Kind mit staatlicher Gewalt dem Vater entzogen wurde, nähere Informationen [hier]

Links
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Google Suchbegriff Kinderklaubehörde

Niebel unterstützt PLAN “Mädchen in die Schulen”

Montag, 23. November 2009

niebeldirk Entwicklungsminister Dirk Niebel nahm am 19. November die Petition des Kinderhilfswerks Plan “Mädchen in die Schulen” entgegen.

Minister Niebel unterstützt die Forderung von Plan und rund 22.500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern nach höheren Investitionen in die Grundbildung von Mädchen in Entwicklungsländern:

“Die Bildung der Mädchen ist ein wichtiger Schlüssel für die Bekämpfung der Armut. Wenn Mädchen lesen und schreiben können, nehmen sie ihr Leben in die Hand und gestalten aktiv ihre Zukunft. Und davon profitieren auch ihre Länder: Frauen verwenden ihr Einkommen oft für die eigene Familie und sorgen so für eine bessere Ernährung, Gesundheit und Ausbildung ihrer Kinder.”

Plan setzt sich in 48 Entwicklungsländern für gleiche Chancen von Mädchen und Jungen ein. Es organisiert umfassende Bildungsprogramme, den Bau weiterführender Schulen für Mädchen und Maßnahmen gegen Kinderhandel. Der Entwicklungsminister wünscht dem Kinderhilfswerk, “dass es Mädchen überall auf der Welt stark macht und ihre Lebensbedingungen dauerhaft verbessert.” [hier]

Das es Meldungen gibt, bei denen mir immer noch die Spucke wegbleibt, verwundert mich manchmal selber. Obiges nenne ich nicht nur eine unverschämte Forderung von PLAN, der Entwicklungsminister unterstützt diese auch noch. Das PLAN auch noch erwähnt, sich für Chancengleichheit von Mädchen und Jungen einzusetzen, ist an Zynismus kaum noch zu überbieten.

Klimaschutz insbesondere für Frauen

Sonntag, 22. November 2009

kopp-gudrun1Bei der Präsentation des diesjährigen Weltbevölkerungsberichts in Berlin betonte Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium:

“Klimawandel betrifft uns alle! Gerade die ärmsten Länder und dort die ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen – diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben – werden aber am schlimmsten unter seinen Folgen leiden.

[..]Entscheidend dafür ist der verbesserte Zugang zur Familienplanung sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter. Dafür werden wir die Menschenrechte und die Selbstbestimmung insbesondere von Frauen und Mädchen weiter stärken. Ich appelliere ganz explizit dafür, diese Thematik in ein zukünftiges Klimaabkommen zu integrieren.”

[..]Besonderer Wert wird dabei auf die Selbstbestimmung und die Achtung der Menschenrechte der Frauen gelegt.

[..]Der Weltbevölkerungsbericht 2009 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, trägt den Titel “Eine Welt im Wandel: Frauen, Bevölkerung und Klima”. Der Bericht stellt die Verbindung zwischen Genderaspekten, Bevölkerungswachstum und Klimawandel dar und betont die Relevanz der Bevölkerungspolitik im Kampf gegen den Klimawandel [mehr]

Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie sich das Klima positiv durch Verbesserung der Situationen, insbesondere für Frauen und Mädchen gestalten könnte. Irgendwie fehlt mir da wohl die Vorstellungskraft. Vielleicht hat ja der eine oder andere meiner Leser ein paar gewinnbringende Vorschläge - wenn ja, immer her damit ;-)

Frauenförderung in Afghanistan

Mittwoch, 07. Oktober 2009

Newsletter – Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan

Mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben sich seit 2002 die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Afghanistan verbessert.

Wege in die Selbstständigkeit „Women Entrepreneurship Promotion Project“ (WEPP)

Die 39-jährige Zainab, Mutter von 8 Kindern, lebt mit ihrer Familie in der Baghrami Region im Großraum Kabul. Vom Einkommen aus ihrer Arbeit in der Maharat Fabrik kann die Familie gut leben – bevor Zainab diese Arbeit gefunden hatte, war das nicht so.
Das vom BMZ finanzierte „Women Ent repreneur shi p Promotion Project“, das von der GTZ umgesetzt wird, ermöglichte es Zainab, einen Schneiderkurs zu belegen. Dafür bekam sie im Rahmen des Projektes ein entsprechendes Stipendium. Zwar konnte sie die ihr danach angebotene Stelle als Schneiderin wegen einer Augenerkrankung nicht annehmen, sie bekam dafür aber eine volle Stelle als Reinigungsfachkraft im selben Unternehmen.
„Unsere Familiensituation hat sich sehr verbessert“, urteilt Zainab zufrieden. „Nun kann ich es mir leisten, alle unsere Kinder in die Schule zu schicken, auch unsere Töchter. Alles, was ich mir für meine Kinder wünsche, ist Gesundheit und eine gute Bildung.“ So wurde mit Hilfe des Schneiderkurses aus Zainab zwar keine Schneiderin, aber doch eine zufriedene, selbstbewusste Frau. Ihre Begeisterung teilen auch die anderen 150 Teilnehmerinnen des Ausbildungsprogramms.

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit dem Thema “Ein Markt nur für Frauen” Das 4-seitige PDF-Dokument findet Ihr [hier]

Dieser Beitrag dient - ebenso wie dem Entwicklungsministerium - lediglich der Aufzeichnung, wofür unsere Soldaten kämpfen und die entsprechenden Steuergelder aus gegeben werden.

Hilfe für Kinder, Schwangere und Mütter

Freitag, 02. Oktober 2009

heidemarie_wieczorek_zeulNahrungsmittelhilfe für das Horn von Afrika

Das Bundesentwicklungsministerium stellt dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen weitere zwei Millionen Euro für Nahrungsmittelhilfe zur Bekämpfung der Hungersnot in Kenia und Äthiopien zur Verfügung.

[..]Besonders schwer betroffen sind der Süden und Osten Äthiopiens. Hier leiden insbesondere Kinder unter Hunger und schweren Mangelerscheinungen. Die Hilfe kommt vordringlich kleinen Kindern, Schwangeren und Müttern in den am stärksten von Dürre betroffenen Gebieten Äthiopiens zu Gute, die aufgrund von Mangelernährung auf Spezialnahrung angewiesen sind [mehr]

Es gibt eine katastrophale Hungersnot und was macht die Entwicklungsministerin? Statt das Geld einfach den Hungernden zu geben, wird erst einmal separiert. Größere Kinder und Männer sind nebensächlich. Was soll man dazu noch weiter schreiben…

Ministerin Wieczorek-Zeul würdigt Dr. Christina Thorpe

[..]Dr. Thorpe hat als VN-Beraterin, durch ihr langjähriges Engagement in der afrikanischen Frauenbewegung sowie durch ihre überzeugende Arbeit als Vorsitzende der nationalen Wahlkommission hohes Ansehen auch in der Zivilgesellschaft erworben.

Die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Sierra Leone konzentriert sich auf die ländliche Privatsektor- und Beschäftigungsförderung, vor allem für Jugendliche und Frauen [mehr]

Da kann man nur hoffen, das es dem Land durch das Engagement für Frauen, besser geht.

Kampf gegen Genitalverstümmelung

Freitag, 11. September 2009

15580461Zur Premiere des Filmes “Wüstenblume” gingen Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und die Uno-Sonderbotschafterin für Menschenrechte, Waris Dirie gemeinsam vor die Presse.

[..]Ganz in diesem Sinne haben Wieczorek-Zeul und Dirie weitere Schritte der Zusammenarbeit im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung beschlossen. “Die Probleme liegen häufig unterhalb der gesetzlichen Ebene”, so die Entwicklungsministerin. Trotz gesetzlicher Verbote halte sich die Praxis der Beschneidung von Frauen in den Dörfern selbst hartnäckig. Man müsse Initiativen ergreifen, um die Betroffenen selbst zu erreichen. Beispielsweise wollen die beiden Frauen nun nach Möglichkeiten suchen, den Film “Wüstenblume” auch in afrikanischen Ländern zu zeigen [mehr]

Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul trifft Waris Dirie

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat am 9. September 2009 in Berlin Waris Dirie getroffen, deren Lebensgeschichte jetzt auch in dem neuen Film “Wüstenblume” verfilmt wurde.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Engagement der beiden Frauen gegen die weibliche Genitalverstümmelung sowie der Austausch über Möglichkeiten der zukünftigen Kooperation zwischen dem Bundesentwicklungsministerium und der Waris Dirie Foundation. Die Ministerin betonte dabei die Bedeutung der Bildungschancen junger Frauen und Mädchen im Kampf gegen die Genitalverstümmelung [mehr]

Waris Dirie - diese Frau hat über Männer folgendes geschrieben:

“Vielleicht sollten die Frauen den Männern die Eier abschneiden, damit auf der Erde wieder ein Paradies entstehen kann. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen.”
(Quelle: UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie: “Wüstenblume”, Seite 346 - Droemer Knaur (2001))

Um mit einem Wort von Frau Diries zu sprechen: Vielleicht sollten Männer sich weigern, mit ihrem schwer erarbeiteten Geld diesen Film zu unterstützen.

Erstaunt war ich allerdings darüber, dass das Entwicklungsministerium folgenden Absatz in ihrer Pressemitteilung einbrachte:

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen der Beschneidung der äußeren weiblichen Genitalien. Der Eingriff wird häufig von traditionellen Hebammen vorgenommen.

Ich frage mich, was bedeutet häufig in diesem Zusammenhang? Der letzte Satz suggeriert m.E., dass Frauen Genitalverstümmelung nicht alleine ausüben. Mir ist nicht bekannt, dass es auch männliche Genitalverstümmler bei Frauenbeschneidung gibt. Sollte das doch der Fall sein, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

In diesem Zusammenhang möchte ich dann noch auf Arne Hoffmanns Beitrag “Südafrika: Beschnittener Junge gezwungen, seine eigene Vorhaut zu essen” hinweisen [hier]

In einem von Arne verlinkten Bericht heißt es, das sich Menschen der Gesundheitskommision männliche Opfer verpfuschter Beschneidungen anschauen wollten, es ihnen nach Begutachtung von 2 jungen Männer nicht mehr möglich war, sich weitere Opfer anzusehen. 53 tote Jungen (Stand: 15.08.2009) sind es anscheinend nicht wert, in einer Kampagne über Genitalverstümmelung erwähnt zu werden. Ach, ich vergaß… nur weibliche Genitalverstümmelung ist es wert, publiziert zu werden traurig-mit-einer-traene

Link
MANNdat Schreiben zum Gesetzentwurf Genitalverstümmelung
Genitalverstümmelung
Auflistung verschiedener Formen männlicher Genitalverstümmelungen